Uneinheitlich haben sich die Energiemärkte am Dienstag präsentiert. Während CO2 und Erdgas wieder zulegten, gaben die Ölpreise angesichts neuer Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran weiter nach. Am Strommarkt bleibt die anhaltende Hitzewelle in Europa jedoch ein wichtiger Faktor für die Preise. Niedrige Flusspegel beeinträchtigen die Stromerzeugung aus Kernkraft- und Wasserkraftwerken in mehreren Ländern und erhöhen die Nachfrage nach konventioneller Erzeugung.
Am Gasmarkt stützen die Unsicherheit über die Lage in der Straße von Hormus, schleppende LNG-Lieferungen sowie die weiterhin niedrigen europäischen Speicherstände die Preise. Die neue Hoffnung auf eine Einigung im Irankrieg konnte hier noch keine preisdämpfende Wirkung entfalten.
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Strom: Überwiegend fester hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Dienstag gezeigt. Der Day-ahead verlor hingegen im Base 39,25 auf 110,75
Euro je Megawattstunde und im Peak 72,25 auf 59,75
Euro je Megawattstunde.
Am Mittwoch dürfte die Einspeiseleistung der Erneuerbaren laut den Meteorologen von Eurowind mit 28,4
Gigawatt ein gutes Stück höher ausfallen als noch am Dienstag (24,5
Gigawatt). Ein kräftiger Anstieg wird für den Donnerstag erwartet, wo die Einspeiseleistung mehr als 33
Gigawatt betragen dürfte, bevor sie wieder abnehmen soll. Die Wind-Einspeiseleistung dürfte dabei laut dem US-Wettermodell bis 19.
August durchgehend im unterdurchschnittlichen Bereich liegen, während die Temperaturen teils deutlich über dem saisonüblichen Mittelwert verharren sollen.
Vor allem diese aktuelle Hitzewelle bereitet den Teilnehmern am europäischen Strommarkt auch Sorgen, da sie den Strombedarf deutlich steigen lässt und außerdem zusammen mit den ausbleibenden Niederschlägen in vielen Teilen Europas für Einschränkungen bei der Stromproduktion sorgt.
So ist etwa der Wasserstand der Donau auf den niedrigsten Stand seit fast 90 Jahren gesunken. Dies zwingt Ungarn und Rumänien dazu, die Leistung ihrer Kernkraftwerke zu drosseln, da diese Flusswasser zur Kühlung der Reaktoren benötigen. Die vollständige Abschaltung des ungarischen Kernkraftwerk Paks konnte allerdings knapp vermieden werden. Ministerpräsident Peter Magyar erklärte auf seiner Facebook-Seite am Dienstagmorgen, dass die Anlage in der Nacht gegen 1.30
Uhr nur noch wenige Millimeter von einer Totalabschaltung entfernt gewesen sei. Erst nachdem der Pegelrückgang der Donau zum Stillstand gekommen war, entspannte sich die Lage wieder. Am Dienstagmorgen sei der Wasserstand um 1,5
Zentimeter gestiegen, schrieb Magyar.
CO2: Die CO2-Preise haben am Berichtstag wieder zugelegt. Der Dec
26 gewann bis gegen 14.00 Uhr 0,89 auf 81,75
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 8,4
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 82,36
Euro, das Tief bei 80,86
Euro.
Angesichts der erhöhten Nervosität an den Öl- und Gasmärkten rechnen die Analysten von Redshaw Advisors auch mit einer anhaltend hohen Volatilität bei den CO2-Preisen.
Erdgas: Die europäischen Erdgaspreise stiegen am Dienstag wieder auf zeitweise über 59
Euro je Megawattstunde, nachdem sie zum Wochenbeginn deutlich nachgegeben hatten. Der Frontmonat am niederländischen TTF gewann bis gegen 14.00
Uhr 1,375 auf 58,800
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE ging es für den Day-ahead um 0,630 auf 58,855
Euro je Megawattstunde nach oben.
Auslöser der Erholung war die anhaltende Unsicherheit über mögliche diplomatische Fortschritte im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Auf die Äußerungen von US-Finanzminister Scott Bessent zu einer möglichen Einigung reagierte der Gasmarkt am Dienstagnachmittag zunächst nicht.
Der Konflikt beeinträchtigt nach wie vor rund ein Fünftel des weltweiten LNG-Handels. Dadurch verschärft sich der Wettbewerb zwischen Europa und Asien um verfügbare LNG-Ladungen und die Befüllung der europäischen Gasspeicher verläuft langsamer als geplant.
Die europäischen Speicherbestände sind inzwischen auf den niedrigsten Stand für diese Jahreszeit seit nahezu zwei Jahrzehnten gefallen. Zum Ende des vergangenen Monats waren die europäischen Gasspeicher zu rund 55 Prozent gefüllt. Damit liegen sie weiterhin unter dem Niveau, das erforderlich wäre, um die Speicherziele bis zum Beginn der Heizsaison im November komfortabel zu erreichen.
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// VON Marie Pfefferkorn WENIGER