Überwiegend fester haben sich die europäischen Energiemärkte am Donnerstag präsentiert. Gestützt wurden die Notierungen von der anhaltend angespannten Versorgungslage am Gasmarkt sowie einer Hitzewelle, die den Strombedarf und den Einsatz von Gaskraftwerken hoch hält.
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Zwar sorgten Signale über Fortschritte bei den Gesprächen zwischen dem Iran und Oman zur Regelung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus für eine etwas geringere geopolitische Risikoprämie, die Unsicherheit über die LNG-Versorgung Europas bleibt jedoch bestehen. Verzögerte Lieferungen aus Katar, die starke Nachfrage asiatischer Käufer und die weiterhin ungewöhnlich niedrigen europäischen Gasspeicherstände stützen das Preisniveau.
Strom: Uneinheitlich hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Donnerstag präsentiert. Der Day-ahead gewann im Base 22,50 auf 122,25
Euro je Megawattstunde und im Peak 43,00 auf 89,25 Euro je Megawattstunde.
Die Einspeiseleistung der Erneuerbaren dürfte am Freitag nur noch 25
Gigawatt betragen und damit ein gutes Stück unter dem Wert vom Donnerstag (33
Gigawatt) liegen. Für Samstag und Sonntag werden noch geringere Einspeiseleistungen in Aussicht gestellt, bevor es zum Start in die neue Woche vor allem wieder etwas windiger werden dürfte. Der Anstieg hält sich aber in Grenzen, denn das US-Wettermodell stellt weiterhin unterdurchschnittliche Wind-Einspeiseleistungen bis etwa 20. August in Aussicht. Die Hitzewelle dürfte sich den US-Meteorologen zufolge in diesem Zeitraum weiter fortsetzen.
Am langen Ende gewann das Strom-Cal-27 bis zum Nachmittag um 0,21 auf 100,44
Euro je Megawattstunde hinzu.
CO2: Die CO2-Preise haben am Donnerstag wieder zugelegt. Der Dec
26 gewann bis gegen 15.00
Uhr 0,41 auf 81,50
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 12,2
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 82,35
Euro, das Tief bei 80,97
Euro.
Dem CO2-Markt fehlen laut Analysten aktuell eigene Impulse. Wichtigster Taktgeber bleiben laut den Analysten von Redshaw Advisors die Bewegungen an den Märkten für Gas, Öl und Strom, ausgelöst durch die Verhandlungen im Nahen Osten. Da jedoch sowohl die USA als auch der Iran unterschiedliche Signale über den Stand der Gespräche sendeten, verhielten sich die Marktteilnehmer überwiegend abwartend. Solange es keine größere Klarheit über eine mögliche Einigung gebe, dürfte sich dieses Bild fortsetzen, hieß es.
Erdgas: Die europäischen Gaspreise haben sich am Donnerstag wieder aufwärts bewegt. Der Frontmonat am niederländischen TTF verteuerte sich bis gegen 15.00 Uhr um 1,400 auf 54,400
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE ging es für den Day-ahead um 1,275 auf 54,225
Euro je Megawattstunde nach oben.
Ausschlaggebend waren anhaltende Sorgen über die Versorgungslage am europäischen Gasmarkt. Zwar ging die geopolitische Risikoprämie zurück, nachdem der Iran mitgeteilt hatte, sich mit Oman auf einen Vorschlag zur Regelung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus verständigt zu haben. Dennoch bleiben die Risiken für die LNG-Versorgung hoch.
Der Transport von Flüssigerdgas durch die strategisch wichtige Wasserstraße ist weiterhin erheblich beeinträchtigt. Dadurch verzögern sich Lieferungen großer Exporteure wie Katar, was die Befüllung der europäischen Gasspeicher für den kommenden Winter erschwert. Gleichzeitig verschärft die starke Nachfrage asiatischer Käufer den Wettbewerb um verfügbare LNG-Ladungen.
Zusätzlichen Aufwärtsdruck erzeugt die anhaltende Hitzewelle in Mittel- und Südeuropa, die den Strombedarf für Klimaanlagen steigen lässt und damit den Gasverbrauch in der Stromerzeugung erhöht.
Die Gasspeicher in der Europäischen Union sind derzeit zu knapp 58 Prozent gefüllt. Das ist der niedrigste saisonale Speicherstand für diesen Zeitpunkt des Jahres seit nahezu zwei Jahrzehnten und unterstreicht die angespannte Versorgungslage vor Beginn der Heizperiode.
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// VON Marie Pfefferkorn WENIGER