Während Strom und CO2 zulegen konnten, gaben die Erdgaspreise trotz anhaltender Unsicherheit im Nahen Osten etwas nach. Die Fundamentaldaten bleiben jedoch unterstützend: Die aktuelle Hitzewelle erhöht den Strombedarf, unterdurchschnittliche Windstrommengen und die niedrigen Wasserstände der europäischen Flüsse erschweren die Stromerzeugung sowie den Brennstofftransport.
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Am Gasmarkt sorgen anhaltende Störungen der LNG-Lieferungen aus der Golfregion sowie die schleppende Befüllung der europäischen Gasspeicher weiterhin für ein angespanntes Marktumfeld. Der CO2-Markt zeigte sich in den vergangenen Tagen relativ volatil, wobei vor allem die Bewegungen am Strom- und Gasmarkt, das Wetter und konjunkturelle Nachrichten ausschlaggebend waren.
Strom: Überwiegend fester hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Freitag gezeigt. Der Montag wurde an der Börse im Base mit 123,00
Euro gehandelt. Der Freitag selbst hatte im außerbörslichen Handel am Donnerstag noch 122,75
Euro (Grundlast) gekostet.
Die neue Arbeitswoche dürfte den Meteorologen von Eurowind zufolge mit einer im Vergleich zum Freitag etwas geringeren Einspeiseleistung der Erneuerbaren von etwa 22
Gigawatt starten. Für Dienstag und die folgenden Tage werden dann etwas höhere Einspeiseleistungen um 25
Gigawatt erwartet.
Am langen Ende des Strommarktes gewann das Cal
27 bis zum Freitagnachmittag um 2,34 auf 102,78
Euro je Megawattstunde hinzu.
CO2: Mit deutlichem Plus hat sich der CO2-Markt am Freitag gezeigt. Der Dec
26 gewann bis gegen 14.00
Uhr 1,43 auf 83,32
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 10,0
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 83,77
Euro, das Tief bei 81,89
Euro.
Zur verbesserten Stimmung dürfte beigetragen haben, dass diverse Konjunkturdaten in Europa in der abgelaufenen Woche nach oben gezeigt haben. Selbst in Deutschland sei die Lage besser als die Stimmung, hieß es dazu vom Vermögensverwalter DWS. Wachstumsdaten, Frühindikatoren und Finanzmärkte zeichneten ein robusteres Bild der deutschen Wirtschaft, als die öffentliche Debatte vermuten lasse. Auch die aktuellen Daten zur deutschen Industrieproduktion und den Exporten passten in dieses Bild.
Aus dem Energiekomplex kamen laut den Analysten von Belektron zuletzt hingegen gemischte Signale. So gab der Gasmarkt zwischenzeitlich mit der Hoffnung auf eine Einigung zwischen den USA und Iran nach. Gleichzeitig bleiben die Fundamentaldaten am Strommarkt überwiegend unterstützend. Eine anhaltende Hitzewelle in weiten Teilen Europas treibe den Strombedarf weiter nach oben. Hinzu kommen außergewöhnlich niedrige Wasserstände auf den großen deutschen Flüssen, die den Kohletransport auf den Binnenwasserstraßen erschweren und damit die Versorgung von Kraftwerken beeinträchtigen, so die Analysten weiter.
Erdgas: Die europäischen Gaspreise haben am Freitag wieder nachgegeben. Der Frontmonat am niederländischen TTF verlor bis gegen 14.00
Uhr 0,68 auf 55,45
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE ging es für den Day-ahead um 0,80 auf 55,69
Euro je Megawattstunde nach oben.
Die Gaspreise gaben damit trotz neuer Spannungen in der Straße von Hormus nach, die Zweifel an einer baldigen Normalisierung der LNG-Lieferungen aus der Golfregion aufkommen lassen. Iranische Staatsmedien berichteten, dass Marineeinheiten nahe der Straße von Hormus einen Einsatz gegen „feindliche Ziele“ durchgeführt hätten, nachdem auf der Insel Qeschm Explosionen zu hören gewesen waren.
Grundsätzlich sorgen anhaltende Störungen bei den LNG-Exporten wichtiger Lieferländer wie Katar weiterhin für ein angespanntes globales Marktgleichgewicht. Dadurch verschärft sich der Wettbewerb Europas mit asiatischen Importeuren um verfügbare LNG-Ladungen und die Befüllung der europäischen Gasspeicher für den kommenden Winter bleibt erschwert.
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// VON Marie Pfefferkorn WENIGER