STROMNETZ. Das Volumen des Netzengpass-Managements ist im ersten Quartal 2026 gesunken. Auffällig: Das Aufkommen der Maßnahmen verschiebt sich von der Übertragungs- auf die Verteilnetzebene.
Das Netzengpass-Management ist im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Das gesamte Maßnahmenvolumen aus Redispatch mit Markt- und Netzreservekraftwerken sowie Countertrading – also der systembedingte Kauf und Verkauf von Strom durch die Netzbetreiber selbst zwischen den Gebotszonen – sank um rund 9
Prozent von 9.035 auf 8.248
GWh. Zugleich verringerten sich die vorläufigen Gesamtkosten um knapp 11
Prozent von 882 auf 784
Millionen Euro. Dies geht aus einer aktuellen Veröffentlichung der Informationsplattform „SMARD“ der Bundesnetzagentur hervor.
// VON Fritz Wilhelm MEHR...
Demnach beliefen sich die angepassten Einspeisungen von am Markt befindlichen Erzeugungsanlagen, ohne Countertrading, auf 5.989
GWh nach 6.773
GWh im ersten Quartal 2025. Davon entfielen 4.043
GWh auf Einspeisereduktionen. Die abgeregelte Menge erneuerbarer Energien betrug 2.215
GWh, was gegenüber den 2.215
GWh des Vorjahreszeitraums einem leichten Anstieg und rund 3
Prozent der gesamten erneuerbaren Stromerzeugung entspricht.
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Maßnahmen und Kosten des Netzengpass-Managements (zum Vergrößern auf die Grafik klicken) Quelle: Bundesnetzagentur |
Innerhalb der erneuerbaren Energien verlief die Entwicklung unterschiedlich. Bei Photovoltaikanlagen stieg das Redispatch-Volumen um rund 23
Prozent von 234 auf 288
GWh. Bei Windenergieanlagen an Land erhöhte sich die Abregelung um rund 39
Prozent von 758 auf 1.054
GWh. Als Gründe werden der weitere Ausbau und die höhere Windverfügbarkeit genannt, nachdem das erste Quartal 2025 vergleichsweise windarm gewesen sei.
Anders entwickelte sich die Offshore-Windenergie. Obwohl deren Stromerzeugung von 6.700 auf 9
.700 GWh stieg, ging das Redispatch-Volumen um rund 25
Prozent von 1.155 auf 864
GWh zurück. Als ein Grund wird der fortschreitende Netzausbau genannt.
Kosten der Netzreserve deutlich gestiegenAuffällig ist zudem die Verschiebung der Engpassursachen. Im ersten Quartal 2026 wurden 34
Prozent der Redispatch-Menge bei erneuerbaren Energien durch Engpässe im Verteilnetz ausgelöst, 66
Prozent entfielen auf das Übertragungsnetz. Im Vorjahresquartal lagen die Anteile noch bei 21 beziehungsweise 79
Prozent. Im ersten Quartal 2023 war das Verhältnis sogar 17 zu 83
Prozent.
Zum Ausgleich von Abregelungen erhöhten Marktkraftwerke ihre Einspeisung um 1.910
GWh, 26
Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Reservekraftwerke steuerten weitere 854
GWh bei, nach 687
GWh ein Jahr zuvor. Insgesamt wurden zur Engpassbehebung 2.764
GWh zusätzlich eingespeist. Die größten Mengen entfielen mit 1.301
GWh auf Steinkohlekraftwerke und mit 918
GWh auf Erdgaskraftwerke. Nicht enthalten sind Ausgleichsmengen für Maßnahmen im Verteilnetz, die bilanziell durch Bilanzkreisverantwortliche ausgeglichen wurden.
Auch beim Countertrading sank das Volumen um knapp elf Prozent von 1.575 auf 1.405
GWh. Damit setzte sich auch bei diesem Instrument der mengenmäßige Rückgang fort.
Kosten der Maßnahmen Bei den Kosten der Maßnahmen zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Die Einsatzkosten für Redispatch mit konventionellen Anlagen sanken um rund 33
Prozent von 423 auf 282
Millionen Euro. Der finanzielle Ausgleich für abgeregelte Erneuerbare-Energien-Anlagen ging trotz leicht gestiegener Abregelungsmenge um rund 22
Prozent von 71 auf 55
Millionen Euro zurück. Ursache sei vor allem die veränderte Zusammensetzung: Weniger Offshore-Wind habe die Zahlungen stärker reduziert, als höhere Abregelungen von Wind an Land und Photovoltaik sie erhöhten.
Deutlich gestiegen sind dagegen die Kosten der Netzreserve. Die Vorhalte- und einsatzunabhängigen Kosten erhöhten sich um 28
Prozent auf 280
Millionen Euro. Die Einsatzkosten der Reservekraftwerke stiegen von 136 auf 150
Millionen Euro. Insgesamt verursachten Reservekraftwerke damit Kosten von rund 430
Millionen Euro, etwa 21
Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Als Grund werden zusätzliche Anlagen in der Netzreserve und die gestiegene Zahl der Redispatch-Maßnahmen mit Reservekraftwerken genannt.
Die saldierten Countertrading-Kosten sanken um rund 49
Prozent von 33 auf 17
Millionen
Euro. Neben der geringeren Einsatzmenge hätten dazu niedrigere Großhandelspreise beigetragen, heißt es von der Bundesnetzagentur.
(fw)
// VON Fritz Wilhelm WENIGER