Etwas fester haben sich die europäischen Energiemärkte zum Wochenschluss präsentiert. Dazu beigetragen haben dürften neue Äußerungen von US-Finanzminister Scott Bessent, der Iran mit einer umfassenden wirtschaftlichen Isolation drohte. Es werde sich um Maßnahmen handeln, „wie sie die Welt noch nicht gesehen hat“, kündigte Bessent am Donnerstag an.
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Die USA würden ihren genauen Plan in der kommenden Woche präsentieren. Die Drohung der USA dürfte die Märkte damit auch in der neuen Woche beunruhigen, zumal nicht klar ist, welche Schritte die US-Regierung tatsächlich unternehmen will. Sie ist zudem ein Zeichen, dass die Kriegsparteien womöglich weiter denn je von einer Einigung auf die Öffnung der Straße von Hormus entfernt sind.
Strom: Fester hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Freitag gezeigt. Der Montag wurde im Base mit 160,00
Euro gehandelt. Im Börsenhandel wurde der gleiche Preis ermittelt. Der Freitag selbst hatte im außerbörslichen Handel am Donnerstag noch 140,50
Euro in der Grundlast gekostet.
Ausschlaggebend für die Preissteigerung von Freitag auf Montag ist eine geringere Erneuerbaren-Einspeiseleistung. Die neue Arbeitswoche dürfte den Meteorologen von Eurowind zufolge mit einer Einspeiseleistung der Erneuerbaren von etwa 16,3
Gigawatt starten. Für den Berichtstag hatten die Meteorologen von Eurowind 27,7
Gigawatt prognostiziert.
Weiterhin wird auch der deutsche Strommarkt von der hohen hitzebedingten Minderleistung der französischen Kernkraftwerke beeinflusst. Diese soll sich am Samstag auf 10,7
Gigawatt belaufen. Mit dem Abflauen der Hitzewelle ab diesem Samstag sollte sich auch die französische Stromproduktion wieder erholen. In der neuen Woche dürften die Temperaturen rasch auf normale Werte fallen, zudem ist mit weniger Sonneneinstrahlung zu rechnen. Uneins sind sich die Wetterdienste jedoch über die Windentwicklung in der neuen Woche. Während das US-Modell von einem zunächst kräftigen Windaufkommen ausgeht, soll es gemäß dem europäischen Pendant bei schwachem Wind bleiben.
Am langen Ende des Strommarktes gewann das Cal
27 bis zum Freitagnachmittag um 1,22 auf 106,38
Euro je Megawattstunde hinzu.
CO2: Gut behauptet hat sich der CO2-Markt am Freitag gezeigt. Der Dec
26 gewann bis gegen 13.27
Uhr 0,13 auf 82,87
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 5,9
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 83,23
Euro, das Tief bei 82,15
Euro.
Händler sprachen von einem impulsarmen, sommerlich ausgedünnten Handel. Die Analysten von Redshaw Advisors gehen davon aus, dass erst mit der Rückkehr von Marktteilnehmern und Politikern aus der Sommerpause der Markt aus seiner derzeitigen Handelsspanne herausfinden wird.
Erdgas: Die europäischen Gaspreise haben am Freitag etwas zugelegt. Der Frontmonat am niederländischen TTF gewann bis gegen 13,30
Uhr 0,261 auf 61,016
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE ging es für den Day-ahead um 0,500 auf 61,700
Euro je Megawattstunde nach oben.
Die Risiken am Gasmarkt bleiben trotz des Endes der Hitzewelle im Wesentlichen aufwärts gerichtet. Seit dem Preisrückgang im Juni, der durch das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran ausgelöst wurde, haben sich Öl und Gas voneinander entkoppelt. Am Ölmarkt werden beträchtliche Mengen über Pipelines und die Straße von Bab al-Mandab umgeleitet, am Gasmarkt hingegen fällt Katar als einer der größten LNG-Exporteure weltweit komplett aus.
US-LNG-Exporte mit Destination Europa werden zudem seit mehreren Monaten vermehrt nach Asien umgeleitet. Das zeigt sich an den historisch niedrigen europäischen Gasspeicherständen. Diese liegen gut 17
Prozentpunkte unterhalb des Fünfjahresdurchschnitts und dürften bis zum Beginn der Heizperiode laut den Analysten der Commerzbank unter den aktuellen Umständen gerade einmal 70 Prozent erreichen.
(cdg)
// VON Claus-Detlef Großmann WENIGER