STROM. Die erneuerbare Stromerzeugung hat im Juli 2026 mit 29 Milliarden kWh einen Monatsrekord erreicht. Besonders viel Strom lieferten Wind und Photovoltaik.
Die erneuerbaren Energien haben im Juli 2026 so viel Strom erzeugt wie in keinem anderen Monat zuvor. Nach Angaben der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energie-Statistik (AGEE-Stat) am Umweltbundesamt (UBA) lag die Erzeugung bei 29
Milliarden kWh. Dazu trugen eine Rekordstromerzeugung aus Photovoltaikanlagen sowie eine für die Jahreszeit überdurchschnittliche Windstromerzeugung bei.
// VON Susanne Harmsen MEHR...
Der bisherige Höchstwert stammte laut AGEE-Stat aus dem Februar 2022. Damals hatte eine ungewöhnliche Häufung von Sturmereignissen die Windstromerzeugung deutlich erhöht. Im Juli 2026 begünstigte dagegen vor allem das Wetter die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen. Der Monat war mit mehr als 270 Sonnenstunden deutlich sonnenreicher als das langjährige Mittel von 211
Stunden.
Wind und Photovoltaik legen zuIn den ersten sieben Monaten des Jahres erzeugten erneuerbare Energien nach den vorläufigen Angaben rund 182
Milliarden kWh Strom. Damit lag die Erzeugung etwa acht Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Besonders stark legte die Windenergie zu.
Die Stromerzeugung aus Windenergieanlagen an Land stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12
Prozent. Bei Windenergieanlagen auf See betrug der Zuwachs 28
Prozent. Auch die Photovoltaik trug mit einem Plus von 10
Prozent zur höheren erneuerbaren Stromerzeugung bei.
Nicht alle erneuerbaren Energieträger entwickelten sich positiv. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft sank um 14
Prozent. Als Grund nennt die AGEE-Stat das trockenere Wetter. Auch die Stromerzeugung aus Biomasse lag mit einem Minus von 3
Prozent unter dem Wert des Vorjahres.
Umweltminister für mehr WindkraftBundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) wertete die Entwicklung als Beleg für die zunehmende Bedeutung erneuerbarer Energien. „Erneuerbarer Strom ist zugleich für Klimaschutz, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und die Sicherheit der Energieversorgung relevant“, sagte er am 17.
August. Eine höhere Stromerzeugung aus Wind und Sonne könne die Abhängigkeit von Öl und Gas aus dem Ausland verringern und zusätzlichen Strom für Industrie, Elektromobilität und Wärmepumpen bereitstellen.
Schneider sieht insbesondere bei der Windenergie weiteren Handlungsbedarf. Bei der Photovoltaik sei Deutschland mit Blick auf das Ausbauziel für 2030 bereits auf einem guten Weg. Die Ausbauzahlen bei der Windenergie zeigten dagegen, dass weitere Anstrengungen erforderlich seien. Das gelte sowohl für Windenergie an Land als auch für Offshore-Anlagen.
Offshore-Ausbau nimmt zuDie Daten der Bundesnetzagentur zeigen beim Ausbau der installierten Leistung in den ersten sieben Monaten unterschiedliche Entwicklungen. Bei der Windenergie an Land lag der Netto-Zubau der Bruttoleistung bei knapp 2.300 MW und damit leicht über dem Niveau des Vorjahres.
Bei der Windenergie auf See erreichte der Netto-Zubau knapp 1.200
MW. Damit kam laut AGEE-Stat bereits in den ersten sieben Monaten mehr Offshore-Leistung hinzu als in jedem Gesamtjahr seit 2020. Bei der Photovoltaik schwächte sich die Dynamik dagegen etwas ab. Von Januar bis Juli lag der Netto-Zubau der Bruttoleistung bei rund 9.600
MW und damit unter dem Niveau des Vorjahres.
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Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien nach Monaten (zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken) Quelle: UBA |
Schneider verwies auf die zusätzlichen Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land im Rahmen des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung. Diese umfassen 12.000
MW. Bei Offshore-Windenergie komme es aus seiner Sicht darauf an, die kommenden Ausschreibungen so zu gestalten, dass wieder mehr Investitionsdynamik entstehe.
Mit dem vom Bundeskabinett beschlossenen Entwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) will die Bundesregierung den Ausbau erneuerbarer Energien stärker mit dem Netzausbau und den Anforderungen des Strommarktes verzahnen.
Juli war warm und trockenDie Witterung beeinflusste die Erzeugungsbedingungen im Juli deutlich. Nach Angaben der AGEE-Stat lag die Durchschnittstemperatur bei 19,5
Grad Celsius. Damit lag sie 2,5
Grad Celsius über dem Mittel der internationalen Referenzperiode 1961 bis 1990 von 17,0
Grad Celsius. Zugleich fielen in Deutschland lediglich rund 40
Liter Niederschlag je Quadratmeter. Der Wert lag damit deutlich unter dem Mittel der Referenzperiode von 78
Litern je Quadratmeter.
Die Kombination aus vielen Sonnenstunden und einer für den Monat vergleichsweise hohen Windstromerzeugung führte letztlich zum neuen Monatsrekord bei der erneuerbaren Stromproduktion. Schneider betonte: „Das Ziel muss weiterhin ein höherer Anteil erneuerbarer Stromerzeugung sein – verlässlich, bezahlbar und am Ort des Bedarfs.“
(sh)
// VON Susanne Harmsen WENIGER