Ohne klare Richtung haben sich die europäischen Energiemärkte am Dienstag präsentiert. CO2 legte leicht zu, obwohl niedrigere Temperaturen und ein höheres Primärmarktangebot die bullishe Stimmung begrenzen. Am Gasmarkt bleibt die Lage angespannt, die Sorgen um die LNG-Versorgung Europas bleiben bestehen.
// VON Marie Pfefferkorn MEHR...
Die Unsicherheit angesichts der geopolitischen Lage ist wieder gewachsen. US-Präsident Donald Trump hat erklärt, den ohnehin brüchigen Waffenstillstand mit dem Iran nicht verlängern zu wollen. Die im Juni getroffene Absichtserklärung zwischen beiden Ländern, die eine Frist von 60 Tagen für die Einigung auf ein Friedensabkommen enthielt, war am Montag abgelaufen. Auch die Ölpreise reagierten mit Aufschlägen auf die schwindenden Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung.
Strom: Ohne klare Richtung hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Dienstag gezeigt. Der Day-ahead gewann 2,00 Euro auf 166,25 Euro je Megawattstunde im Base und 1,50 auf 155,50 Euro im Peak.
Am Mittwoch dürfte die Einspeiseleistung der Erneuerbaren laut den Meteorologen von Eurowind mit 23,3 Gigawatt ein gutes Stück höher ausfallen als noch am Dienstag (15,5 Gigawatt). Bereits von Donnerstag an wird aber wieder ein Rückgang erwartet.
Am langen Ende gewann das Strom-Frontjahr um 0,87 Euro auf 106,85 Euro je Megawattstunde hinzu.
CO2: Etwas fester haben sich die CO2-Preise am Dienstag präsentiert. Der Dec 26 gewann bis gegen 14.00 Uhr 0,16 Euro auf 81,74 Euro je Tonne. Das Hoch lag bei 82,07 Euro, das Tief bei 80,98 Euro.
Die bullische Unterstützung durch die Hitzewellen hat aktuell nachgelassen. Niedrigere Temperaturen verringern die Stromnachfrage, während die Wind-Einspeiseleistung anziehen und damit einen größeren Anteil am Strommix übernehmen soll.
Das Angebot der Primärmarktauktionen steigt in dieser Woche gegenüber der Vorwoche um 17,84 Prozent auf insgesamt 9,12 Millionen EUA. An der EEX stehen drei gemeinsame EU-Auktionen mit jeweils 2,246 Millionen EUA im Kalender. Hinzu kommen am Mittwoch eine polnische Auktion über 1,38 Millionen EUA sowie am Freitag eine deutsche Auktion über 1,0 Millionen EUA.
Mit dem Optionsverfall am Mittwoch rückt die Marke von 80 Euro je Tonne als wichtigste Referenzmarke laut den Analysten von Vertis in den Fokus. Sie gehen jedoch davon aus, dass der Verfall nur begrenzten tatsächlichen Einfluss auf die Preisentwicklung haben dürfte.
Erdgas: Uneinheitlich haben sich die europäischen Gaspreise am Dienstag gezeigt. Der Frontmonat am niederländischen TTF verlor bis gegen 14.00 Uhr 0,05 Euro auf 61,77 Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE ging es für den Day-ahead um 0,50 Euro auf 62,85 Euro nach oben.
Erneut schwindende Hoffnungen auf eine Friedenslösung im Nahen Osten, die eine Wiederöffnung der Straße von Hormus ermöglichen könnte, bereiteten den Marktteilnehmern am Dienstag Sorgen. Das Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA ist am Montag 60 Tage nach der Unterzeichnung ausgelaufen.
US-Präsident Donald Trump erklärte, er habe es mit einer Lösung des Konflikts nicht eilig. Zugleich drohte er Oman mit militärischen Maßnahmen, sollte das Land die Bemühungen der USA um eine Einigung mit dem Iran behindern.
Auch die Gespräche zwischen iranischen und omanischen Vertretern über einen vorläufigen Rahmen zur Regelung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus haben bislang keine konkreten Ergebnisse gebracht. Die anhaltenden Einschränkungen verzögern weiterhin LNG-Lieferungen aus Katar und begrenzen damit das für Europa verfügbare Angebot.
Die Kombination aus eingeschränkten LNG-Lieferungen und einem höheren Gasverbrauch hat die Befüllung der europäischen Gasspeicher zuletzt verlangsamt und erhöht den Druck auf die Versorgungslage vor Beginn der Heizperiode.
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// VON Marie Pfefferkorn WENIGER