Ohne klare Richtung haben sich die Energiemärkte am Mittwoch gezeigt. Während der deutsche OTC-Strommarkt entlang der Kurve zulegte, gab der Day-ahead mit der Aussicht auf eine höhere Erneuerbaren-Einspeiseleistung nach. CO2 verlor leicht und blieb angesichts geringer eigener Impulse in seiner jüngsten Handelsspanne. Auch die Gaspreise gaben nach, die Risikoprämien bleiben jedoch bestehen.
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Fehlende Fortschritte bei einer Wiederöffnung der Straße von Hormus, eingeschränkte LNG-Lieferungen aus Katar und die langsame Speicherbefüllung sorgen weiter für Nervosität. Rohöl setzte seine Aufwärtsbewegung angesichts der geopolitischen Risiken und leicht bullisher US-Lagerdaten fort. Die Lage an der Straße von Hormus bleibt damit der zentrale Treiber für Gas und Öl.
Erdöl: Die Ölpreise setzten ihre Aufwärtsbewegung am Mittwoch den vierten Handelstag in Folge fort, wenn auch mit wenig Schwung. Bis gegen 15.00 Uhr gewann Oktober-Brent 0,12
US-Dollar auf 91,14 US-Dollar je Barrel. Oktober-Gasöl gab hingegen um 8,00
Dollar auf 1.238,75 Dollar je Tonne nach.
Die Unsicherheit über eine mögliche Lösung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran halte die geopolitische Risikoprämie am Ölmarkt hoch, so die Analysten der ING. US-Präsident Donald Trump bekräftigte, dass derzeit keine Gespräche mit Teheran stattfinden. Zugleich stellte er weitere Sanktionen gegen den Iran noch im Laufe dieser Woche in Aussicht. Berichte über einen rückläufigen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus verstärkten zudem die Sorgen vor möglichen Angebotsausfällen.
Unterstützung erhielt der Ölmarkt auch von den leicht bullish ausgefallenen US-Lagerdaten des American Petroleum Institute (API). Demnach gingen die Rohölbestände in der vergangenen Woche um 328.000 Barrel zurück. Marktteilnehmer hatten lediglich mit einem Rückgang um 74.000 Barrel gerechnet.
Strom: Überwiegend fester hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Mittwoch präsentiert. Der Day-ahead gab in der Grundlast um 17,85
Euro auf 148,50 Euro je Megawattstunde nach, in der Spitzenlast ergab sich ein Minus von 31,25
Euro auf 124,25 Euro je Megawattstunde.
Die Einspeiseleistung dürfte am Donnerstag im Vergleich zum Vortag wieder etwas höher ausfallen. Für die darauf folgenden Tage werden Einspeiseleistungen zwischen 20 und 27 Gigawatt erwartet.
Am langen Ende legte das Cal 27 um 1,74 auf 108,59 Euro je Megawattstunde zu.
CO2: Die CO2-Preise haben am Berichtstag etwas nachgegeben. Der Dec 26 verlor bis 14.00 Uhr um 0,43 Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 11,3 Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 82,78 Euro, das Tief bei 81,57 Euro.
Der Markt befinde sich aktuell noch immer in einer sommerlich ruhigen Phase und zeige wenig eigene Impulse, hieß es am Markt. Im Handel wird daher erwartet, dass der Dec 26 sich zunächst weiter in der zuletzt gesehenen Range um 81 bis 82 Euro bewegen dürfte.
Erdgas: Schwächer haben sich die europäischen Gaspreise am Mittwoch gezeigt. Der Frontmonat am niederländischen TTF verlor bis gegen 14.00 Uhr 0,63
Euro auf 63,30 Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE ging es nach dem Drei-Jahres-Hoch am Vortag für den Day-ahead um 0,475
Euro auf 63,875 Euro je Megawattstunde nach unten.
Die Kombination aus eingeschränkten LNG-Lieferungen und einer langsameren Speicherbefüllung hält eine gewisse Risikoprämie in den europäischen Gaspreisen trotz des Preisrückgangs am Mittwoch aufrecht. Unter den Marktteilnehmern wächst zunehmend die Befürchtung, dass Europa mit unzureichenden Reserven in die kommende Heizperiode starten könnte.
Zudem wurden bei den Verhandlungen über eine Wiederöffnung der Straße von Hormus weiterhin keine Fortschritte erzielt. US-Präsident Donald Trump erklärte, derzeit fänden keine Gespräche mit dem Iran statt und es seien auch keine Verhandlungen geplant. Die US-Seeblockade bleibe vollständig in Kraft. Zugleich sagte Trump, die Straße von Hormus sei geöffnet und der Schiffsverkehr laufe. Dies steht im Gegensatz zur Position Teherans, wonach die strategisch wichtige Wasserstraße geschlossen bleiben soll, bis Washington die iranischen Bedingungen erfüllt.
Der Schiffsverkehr durch die Meerenge ist inzwischen weitgehend zum Erliegen gekommen. Dadurch sitzen LNG-Tanker aus Katar fest und Lieferungen nach Europa verzögern sich weiter.
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// VON Marie Pfefferkorn WENIGER