Erstmals seit der Versteigerung nationaler Emissionsrechte (nEZ) ist am 19.
August die ausgeschriebene Tonnage von 10,7
Millionen nEZ nicht verdoppelt worden. Der Grund war nach Angaben der EEX nicht, dass zu wenig Gebote für 65
Euro eingingen, sondern die Regel gemäß Paragraf
12 Absatz
5 Brennstoffemissionshandelsverordnung, wonach die ursprüngliche Auktionsmenge auf keinen Fall verdoppelt wird, wenn vor einer Runde weniger als ein Drittel der Gesamtauktionsmenge fürs Jahr übrig sind.
// VON Georg Eble MEHR...
Von der Runde vom 12.
August übrig gewesen waren 42,7
Millionen nEZ, das sind gut 22
Prozent des gesamten Auktionsvolumens von 192
Millionen nEZ für dieses Jahr. Eine Runde zuvor waren es noch 33,4
Prozent gewesen - leicht über einem Drittel.
Am 19. August gingen erneut alle nEZ zum gesetzlichen Höchstpreis von 65
Euro je Tonne an die Bieter, geht aus einer Veröffentlichung der EEX hervor. Gebote sind von 55 Euro an zulässig.
Für das Ausstoßjahr 2026 im Verkehrs- und Gebäudesektor sind in diesem Zusammenhang noch 32
Millionen nEZ übrig, die versteigert werden. Da eine Verdopplung der Versteigerungsmenge aufgrund von vielen 65-Euro-Geboten nun nicht mehr möglich ist, gehen die 2026er-Auktionen nun noch bis 9.
September.
Weitere Neuigkeit: TeilnehmerzahlErstmals sank die Teilnehmerzahl, und zwar um drei auf 112. Die Breite des Interesses am nationalen Emissionshandel (ETS2) war damit zwar niedriger, aber nicht das Interesse der verbleibenden Teilnehmer, im Gegenteil. Denn die Überzeichungsquote steigerte sich gegenüber der Runde in der Vorwoche von knapp 26 auf fast 50 − sicher vor allem, weil die Verdopplung der Menge wegfiel. Die erste Runde war erst um den Faktor
13 überzeichnet gewesen. Der Bund hat bewusst ein verknapptes Kontigent von 192
Millionen Tonnen CO2 pro Jahr in die ETS1-Auktionen gegeben. Gebote gingen am 19.
August auf 528
Millionen nEZ ein, die Erfolgsquote halbierte sich somit fast auf 2
Prozent.
Der Klima- und Transformationsfonds (KTF) des Bundes nahm aus dem nationalen Emissionshandelssystem (nEHS), dem Ausfall der Verdopplung entsprechend, diesmal nur die Hälfte der sonst üblichen 1,387
Milliarden Euro ein.
Zwei After Sales mit Aufschlag, aber FestpreisWer im vierten Quartal noch nEZ für seinen Kraft- oder Brennstoffabsatz im laufenden Jahr benötigt, kann im November und Dezember an einem Nachverkauf an der EEX teilnehmen. Dann gibt es aber erstens einen Einheitspreis von 68
Euro pro Tonne. Und zweitens gibt es dann keine Knappheit: Es werden unbegrenzt nEZ ausgegeben. Nächstes Jahr lassen sich nEZ für dieses Jahr für 73
Euro pro Tonne nachkaufen.
Ebenfalls nächstes Jahr findet für den Ausstoß des Jahres 2027 an der EEX die gleiche Auktionsreihe nochmal statt, bevor 2028 das nur noch marktbasierte europäische Emissionshandelssystem für Brenn- und Kraftstoffe (EU-ETS2) beginnt. Es sei denn, das EU-ETS2 wird nochmal verschoben.
Deutschland hatte sein ETS2, das Ende 2026 ausgelaufen wäre, nach der unionsweiten Verschiebung bis Ende 2027 verlängert. Nationale CO2-Preise im Verkehrs- und Gebäudesektor gibt es nur in einigen wenigen EU-Staaten.
In der Brennstoffemissionshandelsverordnung (BEHV) steht drin, dass der CO2-Ausstoß im Verkehr und in der Gebäudeheizung bundesweit jährlich sinken soll, von 301
Millionen Tonnen (2021) über 255
Millionen Tonnen (2026) bis auf 180
Millionen Tonnen (2030).
(geo
// VON Georg Eble WENIGER