21. August 2026
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Lieferverpflichtungen für Gas werden erfüllt
Quelle: Fotolia / WoGi
GAS.  Gashändler und Lieferanten erfüllen laut BDEW ihre vertraglichen Lieferverpflichtungen. Der Verband verweist zugleich auf wirtschaftliche Grenzen bei der Speicherbefüllung.
Gashändler und Lieferanten erfüllen nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ihre vertraglichen Lieferverpflichtungen für den kommenden Winter. Im Zusammenspiel mit Speicher- und Netzbetreibern sei damit die sichere Gasversorgung gewährleistet, erklärte Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae.
// VON Susanne Harmsen  MEHR...

Die Unternehmen sichern ihre Lieferverpflichtungen dem Verband zufolge über individuelle Beschaffungsportfolios ab. Dazu gehörten auch Speichermengen. Wie ein Gashändler oder Lieferant seine Versorgung sicherstelle, liege jedoch in der unternehmerischen Entscheidung. Eine Verpflichtung, dafür bestimmte Gasmengen einzuspeichern, bestehe nicht. Mit dem Ausbau der Flüssigerdgas-Terminals (LNG) sei zudem eine weitere Säule der Gasversorgung hinzugekommen.

Die deutschen Gasspeicher sind derzeit zu rund 50 Prozent gefüllt. Damit liegt der Füllstand unter den Werten früherer Jahre zu diesem Zeitpunkt. Laut Andreae gibt es dafür mehrere Gründe. Deutschland importiert rund 95 Prozent seines Gases, mehr als die Hälfte davon stammt aus Ländern außerhalb der EU. Damit wirken sich geopolitische Konflikte und wirtschaftliche Auseinandersetzungen unmittelbar auf Gaspreise und Beschaffung aus.

Speicherrisiken abfedern

Auch die jüngste Eskalation im Konflikt mit dem Iran habe die Preise zuletzt nach oben getrieben, erklärte Andreae. Die Märkte seien weiterhin von hoher Volatilität geprägt. Gashändler müssten täglich auf Marktbewegungen reagieren und zugleich wirtschaftlich handeln. Eine schnellere Speicherbefüllung könne deshalb zu wirtschaftlichen Risiken führen.

Insbesondere die Kosten der Einspeicherung spielten eine Rolle. Wenn Gas zu einem höheren Preis eingekauft und eingespeichert werde, als es sich über Termingeschäfte verkaufen lasse, drohten den Unternehmen Verluste. „Hier bestehen schlicht wirtschaftliche Grenzen“, sagte Andreae.

Für große Gasverbraucher sieht der BDEW ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Industrieunternehmen, die ihren potenziellen Gasverbrauch im Winter nicht abgesichert haben und stattdessen auf die Beschaffung am Spotmarkt setzen, seien stärker Preis- und Mengenrisiken ausgesetzt. Dies sei eine unternehmerische Entscheidung, sollte angesichts der aktuellen Marktlage aber überprüft werden, erklärte Andreae.

Nationale Gasreserve wäre hilfreich

Kritisch bewertet der BDEW die bestehenden Füllstandsvorgaben für Gasspeicher. Diese seien reine Kennvorgaben und lösten nicht automatisch staatliches Handeln aus. Nach Einschätzung des Verbands können sie dennoch Fehlanreize erzeugen. Die Erwartung eines möglichen staatlichen Eingreifens könne dazu führen, dass Marktteilnehmer bei der Speicherbefüllung zurückhaltender agierten.

Gleichzeitig hält der BDEW eine genaue Beobachtung der Versorgungslage für erforderlich. Als marktnahes Instrument nennt Andreae die Ausschreibung sogenannter Long Term Options. Damit könnte abgesichert werden, dass auch gegen Ende des Winters ausreichende Gasmengen in den Speichern verfügbar bleiben.

Darüber hinaus fordert der BDEW Anreize für eine stärkere Einspeicherung. Als Möglichkeit nennt Andreae eine Reduzierung von Abgaben und Umlagen. Dadurch könnten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Speicherbefüllung verbessert werden, ohne unmittelbar in die Beschaffungsentscheidungen der Unternehmen einzugreifen.

Die von der Bundesregierung geplante nationale Gasreserve bewertet der Verband grundsätzlich positiv. Andreae zufolge soll sie in definierten Krisenfällen zum Einsatz kommen. Dafür müsse die Bundesregierung nun rasch den notwendigen rechtlichen Rahmen schaffen. Deutschland könne sich damit für mögliche Krisensituationen bei der Gasversorgung besser absichern. (sh)
// VON Susanne Harmsen
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  POLITIK & RECHT
Quelle: Shutterstock / esfera
Stromsteuer senken statt erhöhen
POLITIK. Der Elektroverband ZVEI kritisiert Überlegungen zu höheren Stromsteuern und fordert stattdessen eine Senkung auf den europäischen Mindestsatz für alle Verbraucher.
Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) warnt vor möglichen Erhöhungen der Stromsteuer. Der Vorsitzende der Geschäftsführung Wolfgang Weber bezeichnete entsprechende Überlegungen des Bundesfinanzministeriums (BMF) als falsches Signal für die Elektrifizierung.
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

„Strom ist der Energieträger der Zukunft und das Rückgrat eines wettbewerbsfähigen Industriestandorts Deutschland – und Europa“, sagte Weber. Es sei widersinnig, den Energieträger, der für eine unabhängigere, zukunftssichere und klimafreundlichere Energieversorgung sorgen solle, zusätzlich zu verteuern.

Der ZVEI verweist dabei auf den Electrification Action Plan der Europäischen Kommission. Dieser zielt unter anderem darauf, die Elektrifizierung in der EU voranzutreiben und die steuerliche Belastung von Strom im Verhältnis zu fossilen Energieträgern zu senken. Die Bundesregierung müsse diesen Kurs nach Ansicht des Verbands unterstützen.

Senkung der Stromsteuer jetzt

Als ersten Schritt fordert der ZVEI die bereits mehrfach angekündigte Senkung der Stromsteuer für alle Verbrauchergruppen auf den europäischen Mindestsatz. Eine spätere Anhebung der Stromsteuer im Mobilitätssektor lehnt der Verband dagegen ab. Spekulationen darüber sendeten ein falsches Signal und könnten die weitere Elektrifizierung bremsen, erklärte Weber.

Der Verband kritisiert insbesondere Überlegungen, künftig sinkende Steuereinnahmen aus der Nutzung von Verbrennerfahrzeugen durch höhere Stromsteuern auszugleichen. Energiesteuern seien bislang auch mit ihrer Lenkungswirkung begründet worden und sollten daher nicht allein zur Erzielung von Staatseinnahmen betrachtet werden, argumentiert der ZVEI.
 

Diese Lenkungswirkung müsse während der Transformation des Energiesystems erhalten bleiben. Aus Sicht des Verbands sollte dies mindestens so lange gelten, bis die Umstellung auf elektrische Antriebe und andere Formen der Elektrifizierung weitgehend abgeschlossen ist. (sh)
 // VON Susanne Harmsen
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Sorge um Ausbau trotz Zielerreichung
Quelle: Shutterstock / Thanit PKC
PHOTOVOLTAIK. Deutschland hat das PV-Ziel für 2026 schon erreicht. Der BSW-Solar warnt zugleich vor einem möglichen Einbruch beim weiteren Ausbau und fordert verlässliche Investitionsbedingungen.
Die installierte Photovoltaik-Leistung in Deutschland hat im August die Marke von 128.000 MW überschritten. Damit ist das im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegte Ausbauziel für 2026 erreicht. Das teilte der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) am 20. August mit.
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

Nach einer Auswertung des BSW-Solar auf Basis des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur sind inzwischen mehr als sechs Millionen Solarstromanlagen in Deutschland installiert. Im Jahr 2025 steuerte Solarstrom nach Angaben des Verbandes rund ein Fünftel zur deutschen Nettostromerzeugung bei.

Der Verband warnt jedoch davor, aus dem Erreichen des Zwischenziels einen weiterhin ausreichenden Ausbau abzuleiten. „Wer daraus schließt, der Solarausbau laufe jetzt von allein, irrt“, sagte BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Bis 2030 müssten noch rund 87.000 MW Solarleistung hinzukommen. Dafür müsse das jährliche Ausbautempo steigen.

Änderung der EEG-Novelle verlangt

In den Jahren 2024 und 2025 erhöhte sich die PV-Leistung laut BSW-Solar um jeweils rund 17.500 MW. Um das gesetzliche Ziel von 215.000 MW im Jahr 2030 zu erreichen, seien in den kommenden Jahren im Durchschnitt rund 20.000 MW zusätzlich pro Jahr erforderlich. Für 2028 sieht das EEG eine installierte Gesamtleistung von 172.000 MW, die bis 2040 auf 400 MW steigen soll.

Im ersten Halbjahr 2026 wurden nach Angaben des BSW-Solar gut 7.500 MW PV-Leistung neu installiert. Damit lag der Zubau etwas über dem Vorjahreszeitraum. Der Verband führt einen Teil des Anstiegs allerdings auf Vorzieheffekte zurück.

Hintergrund seien geplante Änderungen bei der Förderung von Photovoltaikanlagen.
Der BSW-Solar fordert deshalb Änderungen an der vom Bundeskabinett beschlossenen EEG-Novelle 2027 sowie am geplanten Netzanschlusspaket. Der Bundestag solle die Vorhaben im parlamentarischen Verfahren nachbessern, verlangt der Verband.

Kritisch sieht der BSW-Solar speziell geplante Änderungen bei der Förderung kleiner Photovoltaikanlagen. Auch eine stärkere Verpflichtung zur Direktvermarktung sowie der teilweise Wegfall von Entschädigungszahlungen bei netzbedingten Abregelungen könnten nach Einschätzung des Verbandes Investitionen bremsen. Damit sei auch das Erreichen der gesetzlichen Ausbauziele gefährdet.
 

Ausbaueinbruch befürchtet

„An einem starken Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern führt energie- und klimapolitisch kein Weg vorbei. Investitionen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen“, sagte Körnig. Verschlechterten sich die Bedingungen für neue Solaranlagen, drohe ein Ausbauknick, obwohl der Zubau eigentlich beschleunigt werden müsse.

Neben der Photovoltaik rückt der BSW-Solar deshalb Batteriespeicher stärker in den Fokus. Diese könnten Solarstrom aus Stunden mit hoher Erzeugung aufnehmen und zeitversetzt wieder bereitstellen. Damit könnten sie nach Einschätzung des Verbandes dazu beitragen, größere Mengen Solarstrom in den Strommarkt und die Netze zu integrieren. (sh)
 // VON Susanne Harmsen
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Umfrage: Hitzeresilienz und Klimaschutz wichtig
Quelle: Pixabay / Jody Davis
KLIMASCHUTZ. Fast die Hälfte der Bevölkerung sieht Klimaanpassung und Klimaschutz als gleichrangige Aufgaben. Das zeigt eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag von Eon.
Während 35,2 Prozent der Befragten aktuell einen stärkeren Schwerpunkt auf Klimaanpassung fordern, sprechen sich weitere 45,5 Prozent dafür aus, Klimaanpassung und Klimaschutz gleichermaßen voranzutreiben. Insgesamt sind 80,7 Prozent der Befragten dafür, Klimaanpassung mindestens gleichrangig oder stärker zu priorisieren. 
 // VON Günter Drewnitzky MEHR...

Anlässlich der aktuellen politischen Debatten erklärte Stephan Muschick, Geschäftsführer der Eon Foundation: „Die Menschen haben verstanden, dass wir beim Klimawandel längst nicht mehr vor einer Entweder-oder-Frage stehen. Wir müssen die Ursachen der Klimakrise entschlossen bekämpfen und uns zugleich auf ihre bereits spürbaren Folgen vorbereiten.“ Die Umfrage zeige klar, dass Klimaschutz und Klimaanpassung zusammen gehören. „Wer das eine gegen das andere ausspielt, verkennt die Dimension der Herausforderung.“ Deutschland brauche beides: eine erfolgreiche Energiewende und mehr Resilienz gegenüber Hitze, Dürren, Starkregen und anderen Klimarisiken. 

Aus Sicht der Eon Foundation unterstreicht die Umfrage die Notwendigkeit, die Debatte über die Energiewende um Fragen der Klimaresilienz zu erweitern. Dazu gehören unter anderem Investitionen in klimaresiliente Infrastrukturen, die Anpassung von Städten, Natur- und Wirtschaftsräumen an zunehmende Klimarisiken sowie die Stärkung von Wissen, Vorsorge und Handlungskompetenz in der Bevölkerung. 

Das Meinungsforschungsinstitut Civey hat vom 14. bis 17. August rund 5.000 Bundesbürgerinnen und -bürger ab 18 Jahren befragt. Die Eon Foundation ist die Unternehmensstiftung des Eon-Konzerns. Sie fördert und entwickelt Projekte an der Schnittstelle von Energie, Gesellschaft und Europa mit dem Ziel, den Weg zu einer klimaneutralen und fairen Gesellschaft zu unterstützen. (gd)
 // VON Günter Drewnitzky
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Erstmals sinkendes Interesse an nationaler Auktion
Ein Heizöl-Tankwagen. Quelle: Emova / David Hennerbichler
EMISSIONSHANDEL. Die achte Versteigerung von Emissionsrechten für fossile Kraft- und Heizstoffe ist mit einigen Abweichungen von der üblichen Langeweile und Vorhersehbarkeit ausgegangen.
Erstmals seit der Versteigerung nationaler Emissionsrechte (nEZ) ist am 19. August die ausgeschriebene Tonnage von 10,7 Millionen nEZ nicht verdoppelt worden. Der Grund war nach Angaben der EEX nicht, dass zu wenig Gebote für 65 Euro eingingen, sondern die Regel gemäß Paragraf 12 Absatz 5 Brennstoffemissionshandelsverordnung, wonach die ursprüngliche Auktionsmenge auf keinen Fall verdoppelt wird, wenn vor einer Runde weniger als ein Drittel der Gesamtauktionsmenge fürs Jahr übrig sind.
 // VON Georg Eble MEHR...

Von der Runde vom 12. August übrig gewesen waren 42,7 Millionen nEZ, das sind gut 22 Prozent des gesamten Auktionsvolumens von 192 Millionen nEZ für dieses Jahr. Eine Runde zuvor waren es noch 33,4 Prozent gewesen - leicht über einem Drittel.

Am 19. August gingen erneut alle nEZ zum gesetzlichen Höchstpreis von 65 Euro je Tonne an die Bieter, geht aus einer Veröffentlichung der EEX hervor. Gebote sind von 55 Euro an zulässig.

Für das Ausstoßjahr 2026 im Verkehrs- und Gebäudesektor sind in diesem Zusammenhang noch 32 Millionen nEZ übrig, die versteigert werden. Da eine Verdopplung der Versteigerungsmenge aufgrund von vielen 65-Euro-Geboten nun nicht mehr möglich ist, gehen die 2026er-Auktionen nun noch bis 9. September.

Weitere Neuigkeit: Teilnehmerzahl

Erstmals sank die Teilnehmerzahl, und zwar um drei auf 112. Die Breite des Interesses am nationalen Emissionshandel (ETS2) war damit zwar niedriger, aber nicht das Interesse der verbleibenden Teilnehmer, im Gegenteil. Denn die Überzeichungsquote steigerte sich gegenüber der Runde in der Vorwoche von knapp 26 auf fast 50 − sicher vor allem, weil die Verdopplung der Menge wegfiel. Die erste Runde war erst um den Faktor 13 überzeichnet gewesen. Der Bund hat bewusst ein verknapptes Kontigent von 192 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr in die ETS1-Auktionen gegeben. Gebote gingen am 19. August auf 528 Millionen nEZ ein, die Erfolgsquote halbierte sich somit fast auf 2 Prozent.

Der Klima- und Transformationsfonds (KTF) des Bundes nahm aus dem nationalen Emissionshandelssystem (nEHS), dem Ausfall der Verdopplung entsprechend, diesmal nur die Hälfte der sonst üblichen 1,387 Milliarden Euro ein.

Zwei After Sales mit Aufschlag, aber Festpreis

Wer im vierten Quartal noch nEZ für seinen Kraft- oder Brennstoffabsatz im laufenden Jahr benötigt, kann im November und Dezember an einem Nachverkauf an der EEX teilnehmen. Dann gibt es aber erstens einen Einheitspreis von 68 Euro pro Tonne. Und zweitens gibt es dann keine Knappheit: Es werden unbegrenzt nEZ ausgegeben. Nächstes Jahr lassen sich nEZ für dieses Jahr für 73 Euro pro Tonne nachkaufen.

Ebenfalls nächstes Jahr findet für den Ausstoß des Jahres 2027 an der EEX die gleiche Auktionsreihe nochmal statt, bevor 2028 das nur noch marktbasierte europäische Emissionshandelssystem für Brenn- und Kraftstoffe (EU-ETS2) beginnt. Es sei denn, das EU-ETS2 wird nochmal verschoben.

Deutschland hatte sein ETS2, das Ende 2026 ausgelaufen wäre, nach der unionsweiten Verschiebung bis Ende 2027 verlängert. Nationale CO2-Preise im Verkehrs- und Gebäudesektor gibt es nur in einigen wenigen EU-Staaten.

In der Brennstoffemissionshandelsverordnung (BEHV) steht drin, dass der CO2-Ausstoß im Verkehr und in der Gebäudeheizung bundesweit jährlich sinken soll, von 301 Millionen Tonnen (2021) über 255 Millionen Tonnen (2026) bis auf 180 Millionen Tonnen (2030). (geo
 // VON Georg Eble
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Weltweit führende Länder 2025 bei der Kohleförderung
Quelle: E&M / Pixabay
STATISTIK DES TAGES. Ein Schaubild sagt mehr als tausend Worte: In einer aktuellen Infografik beleuchten wir regelmäßig Zahlen aus dem energiewirtschaftlichen Bereich.
 // VON Redaktion MEHR...

 
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Quelle: Statista

Die Statistik zeigt den Anteil der führenden Länder an der weltweiten Kohleförderung im Jahr 2025. Berücksichtigt wurden ausschließlich handelsübliche feste Brennstoffe wie bitumenhaltige Steinkohle und Anthrazit, Hart- und Weichbraunkohle. Der Anteil von Indien an der weltweiten Kohleförderung betrug in diesem Jahr rund 9,9 Prozent.
 // VON Redaktion
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  HANDEL & MARKT
Quelle: Shutterstock / Nutthapat Matphongtavorn
Vattenfall nutzt virtuelles Batterieportfolio
STROMSPEICHER. Vattenfall und Terralayr nutzen nun die volle vereinbarte Leistung von mehreren Batteriespeichern für eine „Multi-Asset-Capacity-Toll“.
Vattenfall und Terralayr haben ein gemeinsames virtuelles Batterieportfolio nun vollständig in Betrieb genommen. Der Anspruch an das Projekt ist dabei hoch: „Das ist der erste operative Multi-Asset-Capacity-Toll für Batteriespeicher in Europa, wenn nicht sogar weltweit – vollständig geliefert und stabil im Betrieb“, sagt Philipp Man, CEO von Terralayr, einem Speicher- und Flexibilitätsanbieter mit Standorten in Berlin und Zug (Schweiz).
 // VON Stefan Sagmeister MEHR...

Der schwedische Versorger kann damit nun 55 MW Leistung aus acht verschiedenen Großbatteriespeichern für den Stromhandel und die Regelleistung nutzen. Terralayr bezeichnet das Modell als „Multi-Asset-Capacity-Toll“.

Üblicherweise erhält ein Unternehmen die wirtschaftlichen Nutzungsrechte an einem bestimmten Speicher und entscheidet darüber, wann dieser geladen und entladen wird. Beim Modell von Terralayr bezieht sich dieses Nutzungsrecht dagegen auf ein Portfolio mehrerer Anlagen.

Hinter dem Modell steht ein siebenjähriger Vertrag zwischen den beiden Unternehmen, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Die ersten 5 MW waren bereits im Januar 2026 verfügbar, weitere Tranchen kamen im Juni und Juli hinzu (wir berichteten). Nun stehen Vattenfall die vereinbarten 55 MW vollständig zur Verfügung.

Für Vattenfall sollen sich die acht Speicher dadurch wie eine einzige virtuelle Großbatterie nutzen lassen. Die physischen Anlagen verbleiben im Bilanzkreis und Regelleistungspool von Terralayr. Vattenfall entscheidet anhand von Marktsignalen und dem eigenen Portfoliobedarf, wie viel Leistung man einsetzen möchte.

Plattform verteilt Fahrpläne auf einzelne Speicher

Die technische Umsetzung läuft über die Plattform „LAYR“ von Terralayr. Fordert Vattenfall beispielsweise 25 MW Ladeleistung für eine Stunde an und will gleichzeitig 30 MW für Regelleistung bereitstellen, verteilt die Plattform diese Vorgaben auf die verfügbaren Speicher. Terralayr übernimmt dabei nach eigenen Angaben die technische Bündelung, Einsatzsteuerung und bilanzielle Abwicklung.

Vattenfall kann die kontrahierte Flexibilität an den Großhandelsmärkten sowie für Primär- und Sekundärregelleistung einsetzen. Für den Energieversorger liegt ein wesentlicher Unterschied zum eigenen Speicher darin, dass er die Flexibilität nutzen kann, ohne selbst in die entsprechenden Anlagen investieren und deren Betrieb übernehmen zu müssen.

„Für die Vermarktung erneuerbarer Energien wird kurzfristig verfügbare Flexibilität immer wichtiger. Das virtuelle Batterieportfolio von Terralayr ermöglicht uns, Speicherkapazität skalierbar in unsere Handelsprozesse einzubinden“, sagt Björn Schneegans, Director Commodity Origination bei Vattenfall.

Das Modell ist grundsätzlich nicht auf die derzeit acht Anlagen beschränkt. Weitere Großspeicher können laut Terralayr an die Plattform angeschlossen werden. Auch externe Betreiber sollen freie Kapazitäten ihrer Batterien über Layr vermarkten können. Damit könnte Terralayr künftig eigene beziehungsweise selbst entwickelte Speicher und Kapazitäten anderer Betreiber in virtuellen Portfolios zusammenführen. (sag)
 // VON Stefan Sagmeister
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Region Hannover gründet Bürgerenergiegenossenschaft
Quelle: Joachim Wendler / Fotolia
WIRTSCHAFT. Die Region Hannover will 2027 eine Bürgerenergiegenossenschaft gründen. Sie soll Kapital für Photovoltaik und weitere regionsweite Energieprojekte mobilisieren.
Die Region Hannover bereitet die Gründung einer regionsweiten Bürgerenergiegenossenschaft vor. Die Regionsversammlung hat dem Vorhaben am 18. August zugestimmt. Die „Region-BEG“ soll Bürgern, Kommunen, Unternehmen und Institutionen ermöglichen, sich finanziell an Energieprojekten zu beteiligen. Die Gründungsversammlung ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen.
 // VON Heidi Roider MEHR...

Mit der Genossenschaft will die Region Hannover vor allem Projekte erschließen, die über einzelne Kommunen hinausreichen. Bereits bestehende Energiegenossenschaften in den Städten und Gemeinden der Region sollen weiterarbeiten und nach den Vorstellungen der Regionsverwaltung auch zu den Gründungsmitgliedern der Region-BEG gehören können. Die Verwaltung sieht ihre Rolle damit vor allem in der Ergänzung bestehender Strukturen.

„Die Energiewende gelingt schneller, wenn Menschen sie nicht nur beobachten, sondern konkret mitgestalten können“, sagt Jens Palandt, Erster Regionsrat und Klimadezernent der Region Hannover. „Mit der regionsweiten Genossenschaft schaffen wir ein Instrument, um den Ausbau erneuerbarer Energien voranzubringen, regionale Wertschöpfung in der Region zu halten und unserem Ziel der Klimaneutralität bis 2035 näherzukommen.“ 

Erste Photovoltaikprojekte auf öffentlichen Dächern

Als mögliche erste Vorhaben nennt die Region Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Liegenschaften. Die Region verbindet das Genossenschaftsmodell mit ihrem Ziel, bis 2035 Klimaneutralität zu erreichen. Neben zusätzlichen Erzeugungskapazitäten soll die Beteiligung der Bürger einen größeren Anteil der wirtschaftlichen Effekte in der Region halten. Ob und in welchem Umfang Mitglieder Ausschüttungen erhalten, hängt allerdings vom wirtschaftlichen Ergebnis der Genossenschaft und ihrer Projekte ab.

Parallel bereitet die Verwaltung laut Hannover die formalen Schritte vor. Dazu gehört insbesondere die Organisation der Gründungsversammlung, die im Frühjahr 2027 stattfinden soll. Die Region Hannover engagiert sich selbst als Gründungsmitglied mit zwei Geschäftsanteilen. Nach der Gründung soll die Genossenschaft eigenverantwortlich arbeiten. Die operative Geschäftsführung übernimmt der Vorstand, der vom Aufsichtsrat bestellt wird und aus mindestens zwei Mitgliedern besteht. 

Ein Geschäftsanteil an der geplanten Region-BEG soll 500 Euro kosten. Neben Privatpersonen mit Bezug zur Region können sich Kommunen, Institutionen und bestehende Energiegenossenschaften beteiligen. Die Finanzierung künftiger Anlagen soll sich nicht allein auf die Einlagen der Mitglieder stützen. Für einzelne Projekte kommen nach Angaben der Region auch Bank- und Förderkredite sowie Zuschüsse infrage. Welche Finanzierungsstruktur die Genossenschaft tatsächlich wählt, dürfte von Größe und Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Vorhaben abhängen. (hr)
 // VON Heidi Roider
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  TECHNIK
Baustelle aus der Vogelperspektive. Quelle: Hamburger Energienetze
Hamburg startet Bau des H2-Connectors
WASSERSTOFFINFRASTRUKTUR. Der H2-Connector in Hamburg-Moorburg soll ab 2027 Großelektrolyseur, Kernnetz und Verteilnetz verbinden. Damit entsteht die zentrale Drehscheibe für Hamburgs Wasserstofftransport.
Auf dem früheren Kraftwerksgelände Moorburg haben die Hamburger Energienetze mit dem Bau des H2-Connectors begonnen. Die Anlage soll künftig den lokalen Großelektrolyseur, das bundesweite Wasserstoff-Kernnetz und das Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz (HH-WIN) miteinander verbinden. Die Hamburger Energienetze GmbH, die das Wasserstoff-Verteilnetz „HH-WIN“ errichtet, will die Anlagen des H2-Connectors bis zum geplanten Netzstart im Herbst 2027 schrittweise aufbauen.
 // VON Davina Spohn MEHR...

Nach Angaben des Unternehmens soll HH-WIN zum Start 40 Kilometer lang sein und Industrieareale rund um den Hamburger Hafen mit Wasserstoff versorgen. Bis 2031 plant der Netzbetreiber einen Ausbau auf 60 Kilometer. Gut die Hälfte der ersten 40 Trassenkilometer sei bereits fertig, an den übrigen Abschnitten liefen Bauarbeiten oder die Auftragsvergabe. Das Verteilnetz soll mit einem Betriebsdruck von bis zu 25 bar arbeiten.
 
So soll der H2-Connector auf dem früheren Kraftwerksgelände in
Hamburg-Moorburg aussehen
Quelle: Hamburger Energienetze

Druckausgleich zwischen zwei Netzebenen

Eine zentrale Aufgabe des H2-Connectors ist die Druckanpassung zwischen dem Hamburger Verteilnetz und dem Fernleitungsnetz. Das Wasserstoff-Fernleitungsnetz „Hyperlink“ des Betreibers Gasunie Deutschland soll Hamburg bei Rosengarten (Niedersachsen) erreichen. Gasunie arbeitet als Fernleitungsnetzbetreiberin am Aufbau der Wasserstoff-Infrastruktur in Nordwestdeutschland und sieht für Hyperlink einen Betriebsdruck von bis zu 70 bar vor.

Über eine mehr als 13 Kilometer lange Hochdruckleitung gelangt der Wasserstoff von einer Übernahmestation auf niedersächsischem Gebiet nach Moorburg. Dort soll eine Gasdruckregelanlage den Druck von bis zu 70 bar auf unter 25 bar senken. Die Leitung kann Wasserstoff in beide Richtungen transportieren. Für Exporte aus HH-WIN in das Fernleitungsnetz planen die Hamburger Energienetze zusätzlich eine Verdichterstation. Sie soll den Druck wieder auf bis zu 70 bar erhöhen.

„Für den Erfolg der Wasserstoffwirtschaft brauchen Abnehmer Wahlmöglichkeiten“, sagt Michael Dammann, technischer Geschäftsführer der Hamburger Energienetze. Der H2-Connector soll deshalb Wasserstoff aus mehreren Quellen aufnehmen und verteilen können. Dazu zählt neben dem Fernleitungsnetz auch der „Hamburg Green Hydrogen Hub“ (HGHH). Eine Einspeiseanlage soll den dort erzeugten Elektrolysewasserstoff in HH-WIN übernehmen. Die Verdichterstation wollen die Hamburger Energienetze zu einem späteren Zeitpunkt ergänzen.

Importleistung liegt über Exportleistung

In der ersten Ausbaustufe sollen die Anlagen des H2-Connectors laut Hamburger Energienetze pro Stunde bis zu 360.000 Kubikmeter Wasserstoff nach Hamburg importieren können. Für den Export in das Fernleitungsnetz plant das Unternehmen bis zu 200.000 Kubikmeter pro Stunde. Der H2-Connector soll damit den nötigen Betriebsdruck im Verteilnetz bereitstellen und zugleich den Austausch mit dem Wasserstoff-Kernnetz ermöglichen.

Die Baukosten für den H2-Connector beziffert das Unternehmen ohne die Verdichterstation auf rund 22,6 Millionen Euro. Die Verdichterstation befindet sich noch in der Projektierungsphase. Von den veranschlagten Kosten deckt die Förderung für Important Projects of Common European Interest (IPCEI) des HH-WIN-Gesamtprojekts nach Unternehmensangaben rund 16,3 Millionen Euro ab.

Mit dem Ausbau des Wasserstoffnetzes verbinden die Hamburger Energienetze auch ein Dekarbonisierungsziel für die Industrie. Wenn die Industrie ab 2032 jährlich 6,4 Milliarden kWh fossiles Erdgas durch klimaneutralen Wasserstoff aus HH-WIN ersetzt, könnte sie rechnerisch rund 1,4 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Britta van Boven, Geschäftsführerin von Gasunie Deutschland, sieht das Wasserstoff-Kernnetz als Voraussetzung für den Markthochlauf. „Unser gemeinsames Ziel ist die Dekarbonisierung der Industrie“, sagt sie. (ds)
 // VON Davina Spohn
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Festoxid-Elektrolyse kommt in den Praxistest
Standort von Sunfire in Dresden. Quelle: Sunfire
WASSERSTOFF. Sunfire baut in Schwarzheide eine Testanlage für Festoxid-Elektrolyse. Die Hochtemperaturtechnik soll dort den Schritt in großskalige Industrieanwendungen vorbereiten.
Sunfire hat am 19. August mit dem Bau einer Testanlage für Festoxid-Elektrolyse im Industriepark Lausitz in Schwarzheide (Brandenburg) begonnen. Das Verfahren gehört zur Hochtemperatur-Elektrolyse. Der Elektrolyseurhersteller mit Sitz in Dresden will dort seine neue Technologiegeneration unter realen Industriebedingungen im Dauerbetrieb erproben und Daten für die weitere Skalierung sammeln.
 // VON Davina Spohn MEHR...

Die BASF Infra Service & Solutions Lausitz GmbH mit Sitz in Schwarzheide betreibt den Industriepark und bietet Infrastruktur- und Standortdienstleistungen für Unternehmen aus Chemie und Industrie an. Für die Ansiedlung sind nach Angaben der Betreibergesellschaft die vorhandene Infrastruktur, das industrielle Umfeld und die schnelle Umsetzung ausschlaggebend gewesen. „Entscheidend war neben unserer leistungsfähigen Infrastruktur und dem industriellen Umfeld vor allem unsere Umsetzungsgeschwindigkeit“, sagte Jürgen Fuchs, Vorsitzender der Geschäftsführung. Die Projektpartner hätten die Voraussetzungen für den Netzanschluss in kurzer Zeit geschaffen, erklärte er.

Zwei Elektrolysetechnologien im Portfolio

Die Festoxid-Elektrolyse bildet neben der Druck-Alkali-Elektrolyse eine der beiden Elektrolysetechnologien im Portfolio von Sunfire. Bei der Druck-Alkali-Elektrolyse, auf Englisch Alkaline Electrolysis (AEL), handelt es sich um eine industriell erprobte Technik, die Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff spaltet. Die Sunfire-Systeme arbeiten mit einem Druck von 30 bar. Dieser Betriebsdruck senkt den Aufwand für eine nachgelagerte Verdichtung. Sunfire setzt die Technologie nach eigenen Angaben bereits in europäischen Großprojekten ein.

Die Festoxid-Elektrolyse von Sunfire zählt zur Hochtemperatur-Elektrolyse. Ihre Festoxid-Elektrolysezellen (Solid Oxide Electrolysis Cells SOEC), spalten Wasserdampf bei hohen Temperaturen. Stehen an einem Industriestandort Dampf oder nutzbare Abwärme zur Verfügung, kann diese Wärme einen Teil der für die Wasserspaltung benötigten Energie liefern. Dadurch benötigt der Elektrolyseur weniger elektrische Energie.

Für die neue SOEC-Generation erwartet Sunfire nach eigenen Angaben einen Wirkungsgrad von bis zu 89 Prozent. Eine frühere Generation erreichte 2022 im Projekt „GrInHy2.0“, das die Europäische Union finanzierte, 84 Prozent (wir berichteten). Die Anlage in Schwarzheide soll nun zeigen, wie sich die weiterentwickelte Technik im industriellen Dauerbetrieb verhält.

Testanlage baut auf H2Giga auf

Sunfire-Chef Nils Aldag ordnet die Anlage in die SOEC-Strategie des Unternehmens ein. „Mit der Testanlage am BASF-Standort Schwarzheide setzen wir unsere SOEC-Strategie konsequent um und treiben die Kommerzialisierung der Technologie weiter voran“, sagte er.

Im Teilprojekt „HTEL Module“ des Wasserstoff-Leitprojekts „H2Giga“ arbeiteten die Projektpartner an der Weiterentwicklung der Hochtemperatur-Elektrolyse. Das Bundesforschungsministerium förderte diese Arbeiten. Auf den Forschungsergebnissen baut die in Schwarzheide eingesetzte Technik auf. Die Europäische Investitionsbank unterstützt die Entwicklung und Industrialisierung der SOEC-Elektrolyseure mit einem Darlehen von bis zu 100 Millionen Euro. (ds)
 // VON Davina Spohn
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KfW beziffert Preiseffekt von Großspeichern
Quelle: Jonas Rosenberger / E&M
STROMSPEICHER. Wie stark Großspeicher auf die Strompreise wirken, lässt sich inzwischen beziffern. Eine neue Analyse zeigt den Effekt und benennt zugleich Hürden für den Ausbau.
Batteriespeicher wachsen in Deutschland schnell – doch für das Stromsystem kommt es nicht allein auf ihre Zahl an. Entscheidend ist auch, wo sie stehen und wie sie laden und entladen. Dies zeigt eine am 20.  August veröffentlichte Analyse von KfW Research. Autoren sind Hendrik Moritz und KfW-Ökonom Johannes Rode.
 // VON Davina Spohn MEHR...

Anfang Juni 2026 verfügten Batteriespeicher in Deutschland laut der Analyse zusammen über rund 19.000 MW Leistung und eine Speicherkapazität von etwa 29.000 MWh. Innerhalb von fünf Jahren hat sich die installierte Leistung damit mehr als verachtfacht. Fast 80 Prozent der installierten Leistung entfallen laut KfW Research allerdings auf Heimspeicher. Netzgebundene Großbatterien machen bislang einen deutlich kleineren Teil des Bestands aus.
 
Analyse „Batteriespeicher sind Hebel der Energiewende −
Großspeicher glätten Strompreise“
(zum Öffnen bitte auf das PDF klicken)
Quelle: KfW Research

Gerade diese Großspeicher können nach Einschätzung der Autoren eine wichtige Aufgabe am Strommarkt übernehmen. Sie laden Strom bevorzugt in Stunden mit niedrigen Preisen, etwa während hoher Solarstromerzeugung am Mittag, und geben ihn zu teureren Zeiten wieder ab. Dadurch heben sie niedrige Preise etwas an und drücken zugleich Preisspitzen am Morgen und Abend. Da zu diesen Zeiten häufig Kraftwerke mit höheren Grenzkosten den Preis setzen, kann der preissenkende Effekt beim Entladen stärker ausfallen als der preissteigernde Effekt beim Laden.

Preisspreizung sinkt um bis zu 19 Prozent

Moritz und Rode untersuchen für die Jahre 2023 bis 2025 europäische Strommarktdaten und setzen die installierte Großbatterieleistung ins Verhältnis zur Entwicklung der Börsenstrompreise. Ihre Auswertung zeigt einen deutlich stärkeren Glättungseffekt bei Großbatterien als bei Heim- und Gewerbespeichern.

Für den deutschen Speicherzubau zwischen 2023 und 2025 leiten die Autoren eine Verringerung des täglichen Preisabstands um etwa 17 bis 19 Prozent ab. Sie kennzeichnen diesen Wert ausdrücklich als Näherung und nicht als exakte Prognose. Heim- und Gewerbespeicher beeinflussen das Preisprofil dagegen bislang kaum, da Betreiber sie vor allem zur Optimierung des Eigenverbrauchs einsetzen.

Die Autoren zeigen zudem Hemmnisse für den weiteren Ausbau auf. Im Jahr 2024 stellten Projektierer Netzanschlussanfragen für Großspeicher mit zusammen rund 400.000 MW Leistung. Netzbetreiber sagten davon lediglich rund 25.000 MW zu. Zudem berücksichtigt der einheitliche deutsche Börsenstrompreis lokale Netzengpässe nicht. Ein Speicher kann deshalb aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll laden oder entladen und dabei lokal trotzdem einen Engpass verschärfen. Die Autoren sehen dynamische Netzentgelte als möglichen Ansatz, um Speichern stärkere räumliche und zeitliche Signale zu geben.

Das Papier erläutert den Wirkmechanismus anhand von Daten aus Kalifornien und einer eigenen europäischen Auswertung. Zudem behandelt es Netzanschlüsse, alternative Speichertechnologien und regulatorische Hemmnisse. (ds)
 // VON Davina Spohn
 WENIGER

Auch bei Nutzfahrzeugen ist Strom auf dem Vormarsch
Elektrobusse beim Laden. Quelle Stadtwerke Osnabrück
E-MOBILITÄT. Die Verkaufszahlen mittelschwerer und schwerer Elektro-Nutzfahrzeuge legen weltweit zu. Vor allem ein Land treibt das Wachstum an. 
Die weltweiten Verkäufe von Elektro-Lkw und -Bussen haben sich 2025 nahezu verdoppelt. Mit rund einer halben Million verkaufter Fahrzeuge legte der Absatz im Vergleich zum Vorjahr um 86 Prozent zu, wie eine Untersuchung des International Council on Clean Transportation (ICCT) ergab. Treiber des Wachstums waren demnach vor allem die Verkäufe von E-Lkw in China. 
 // VON dpa MEHR...

China vereinte der Studie zufolge knapp 90 Prozent der weltweiten Verkäufe auf sich. Im Segment der mittelschweren und schweren Lkw hätten sich die Verkäufe innerhalb von zwei Jahren mehr als verfünffacht. Fast 30 Prozent der in China verkauften schweren Lastwagen seien 2025 vollelektrisch gewesen. Sinkende Batteriekosten und staatliche Fördermaßnahmen hätten diese Entwicklung begünstigt. 

Europa setzt auf E-Busse 

Auch in anderen wichtigen Märkten zog die Nachfrage laut ICCT an. Die Europäische Union, Indien, Brasilien und Großbritannien verzeichneten zweistellige Zuwachsraten, die vor allem auf den Ausbau elektrisch angetriebener Busflotten zurückzuführen waren. 

Elektrobusse machten weltweit 17 Prozent aller Busverkäufe aus, wie die Untersuchung ergab. Außerhalb Chinas und der USA entfielen den Angaben zufolge mehr als die Hälfte der Verkäufe emissionsfreier mittelschwerer und schwerer Nutzfahrzeuge auf E-Busse. Die EU lag dabei mit rund 9.800 verkauften Fahrzeugen vor Indien mit etwa 5.000. 

Daimler-Truck-Chefin sieht Hemmnisse 

Die Chefin von Daimler Truck, Karin Rådström, sieht die E-Mobilität bei Lkw weiter vor Problemen. „Das größte Problem bleibt die Infrastruktur und das Laden“, sagte Rådström der Deutschen Presse-Agentur. Selbst diejenigen, die auf E-Mobilität umstellen wollten, seien sich nicht sicher, ob sie ihr Fahrzeug dann künftig entlang der Strecke laden können, berichtete die Chefin des Dax-Konzerns aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart. 

Eine weitere Herausforderung sei es, Kostenparität zu erreichen, um den E-Lkw wettbewerbsfähig im Vergleich zum Verbrenner zu machen. Das hänge an den Strom- und Dieselpreisen.
 // VON dpa
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Ane Energy und Ingenia entwickeln Batteriespeicher in Crailsheim
REGENERATIVE. Projektierer Ingenia und Direktvermarkter Ane Energy haben gemeinsam mit der Bürgerenergie Kocher-Jagst eine Projektgesellschaft gegründet. 
Der Direktvermarkter ane.energy (ANE) und der Projektentwickler Ingenia Projects wollen gemeinsam Batteriespeicher entwickeln, betreiben und vermarkten, teilten die Unternehmen am 20. August mit. Dazu haben die Unternehmen zusammen mit der Bürgerenergie Kocher-Jagst eine Projektgesellschaft gegründet. Ingenia hält nach Angaben der Unternehmen rund 70 Prozent der Anteile, Ane Energy rund 20 Prozent. 
 // VON Heidi Roider MEHR...

Das erste gemeinsame Projekt entsteht im Crailsheimer Ortsteil Onolzheim in Baden-Württemberg. Der Batteriespeicher soll über eine Leistung von 12 MW und eine Kapazität von 24 MWh verfügen. Der Baubeginn ist für den Spätsommer vorgesehen, die Inbetriebnahme soll nach derzeitiger Planung bis Ende 2026 erfolgen. Nach Angaben der Projektpartner sind die wesentlichen Verträge einschließlich des Netzanschlussvertrags bereits geschlossen. 

Die Partner teilen die Aufgaben entlang ihrer bisherigen Geschäftsfelder auf. Ingenia verantwortet die Projektentwicklung und soll nach der Inbetriebnahme auch den Speicher betreiben. Ane Energy übernimmt die Optimierung und Vermarktung der Anlage an den Energiemärkten. Damit verbindet das Projekt die Entwicklung und Betriebsführung des Speichers mit dem Kurzfristhandel und der Vermarktung von Flexibilität. 

Für Ane Energy ist das Vorhaben die erste Beteiligung an einem Großspeicher. Der Direktvermarkter aus Husum vermarktet nach eigenen Angaben rund 2.500 MW erneuerbare Erzeugungsleistung. Mit dem Einstieg in Batteriespeicher will das Unternehmen sein bisheriges Geschäft um flexible Anlagen erweitern. 

Speicher soll Erlöse am Markt erzielen

Auch für Ingenia markiert das Projekt einen neuen Ansatz. Das Unternehmen entwickelt bislang vor allem Photovoltaikprojekte für Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft und ergänzt diese um Speicherlösungen. Der markt- und netzdienliche Großspeicher in Crailsheim-Onolzheim ist das erste Speicherprojekt von Ingenia, dessen Wirtschaftlichkeit maßgeblich auf der Vermarktung der Flexibilitäten an den Energiemärkten beruht. 

Damit unterscheidet sich das Vorhaben von Speichern, die vorrangig zusammen mit einer Photovoltaikanlage zur Erhöhung des Eigenverbrauchs oder zur Steuerung von Lastspitzen eingesetzt werden. Beim Crailsheimer Projekt steht die markt- und netzorientierte Bewirtschaftung eines eigenständigen Großspeichers im Mittelpunkt. Für die Optimierung muss Ane Energy nach eigenen Angaben unter anderem Preisentwicklungen und Einsatzmöglichkeiten auf den relevanten Kurzfrist- und Flexibilitätsmärkten berücksichtigen.

Die Kooperation ist nicht auf die Anlage in Crailsheim beschränkt. Ane Energy und Ingenia wollen ihre Kompetenzen bei Entwicklung, Finanzierung, Betrieb und Vermarktung von Energieinfrastruktur auch für weitere Projekte bündeln. Welche Speicherleistung die Partner darüber hinaus planen und welche Standorte sie prüfen, teilten die Unternehmen nicht mit. (hr)
 // VON Heidi Roider
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Lichtblick übernimmt Ladegeschäft von Mer
Quelle: Shutterstock / Smile Fight
ELEKTROFAHRZEUGE. Lichtblick eMobility übernimmt das Geschäftskundengeschäft von Mer Germany samt rund 7.000 Ladepunkten. Zugleich plant das Unternehmen hohe Investitionen in die Elektromobilität.
Lichtblick eMobility übernimmt den Geschäftskundenbereich der Mer Germany GmbH, teilte das Energieunternehmen am 20. August mit. Die Transaktion soll zum 1. Oktober 2026 vollzogen werden und steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden. Einen Kaufpreis nennen die Partner nicht. Mit der Übernahme will die Lichtblick eMobility ihre Position im Markt für gewerbliche Ladeinfrastruktur stärken. 
 // VON Heidi Roider MEHR...

Mit dem Geschäft wechseln rund 7.000 Ladepunkte in Deutschland zu Lichtblick eMobility. Der übernommene Bereich soll als hundertprozentige Tochtergesellschaft weitergeführt werden. Der Standort München bleibt erhalten. Lichtblick übernimmt laut Mitteilung zudem den bestehenden Kundenstamm und das Team des Geschäftskundenbereichs. Wie viele Beschäftigte von Mer zu Lichtblick wechseln, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Laut Homepage sind derzeit 11.000 Ladepunkte von Lichtblick in Betrieb; nun kommen 7.000 weitere hinzu. 

Lichtblick stärkt Marktpräsenz für gewerbliche Ladeinfrastruktur

„Das Mer Business Charging-Geschäft findet bei der Lichtblick eMobility GmbH ein neues Zuhause mit einer klaren Perspektive. In der Übergangsphase stehen wir unseren Gewerbekunden weiterhin mit der gewohnten Zuverlässigkeit, Expertise und Servicequalität zur Seite. Gleichzeitig ergeben sich mit der Übernahme durch die Lichtblick eMobility GmbH weitere Möglichkeiten, das Angebot gezielt weiterzuentwickeln und neue Mehrwerte zu schaffen“, wird Jessica Schneider, Teil der Geschäftsführung der Mer Germany, in der Mitteilung zitiert.

Lichtblick sieht insbesondere bei Unternehmensflotten weiteres Marktpotenzial. „Durch die zunehmende Elektrifizierung von Unternehmensflotten wächst der Bedarf an intelligenten und wirtschaftlichen Ladelösungen“, erklärte Sebastian Ewert, Geschäftsführer von Lichtblick eMobility. Das übernommene Team solle dazu beitragen, das Geschäft mit Unternehmenskunden auszubauen. Ewert wird im Zuge der Transaktion auch in die Geschäftsführung der neuen hundertprozentigen Tochtergesellschaft eintreten.

Eine Rolle spielt dabei das von Lichtblick vorangetriebene Durchleitungsmodell. Das Unternehmen bietet es bereits an mehreren Standorten seines Quick-Charge-Ladenetzes an. Dienstwagenfahrer können dort ihren Unternehmensstromtarif auch beim Laden unterwegs nutzen, unabhängig vom Betreiber des jeweiligen Ladepunkts. Ewert bezeichnet das Durchleitungsmodell als zentralen Baustein für das Geschäft mit Unternehmensflotten. Lichtblick verbindet damit den Ausbau des Ladegeschäfts mit seinem Stromvertrieb. Die Übernahme des Mer-Geschäfts vergrößert dafür die operative Basis durch zusätzliche Ladepunkte, Kundenbeziehungen und Personal.

Mehr als 100 Millionen Euro für Elektromobilität

Parallel zur Übernahme kündigt Lichtblick weitere Investitionen an. In den kommenden Jahren will das Unternehmen mehr als 100 Millionen Euro in seinen E-Mobilitätsbereich investieren. Als Felder nennt Lichtblick das Durchleitungsmodell, die Flottenelektrifizierung und Ladeinfrastruktur. Auch die Ladeinfrastruktur für den Schwerlastverkehr gehört zur Strategie. Als Teil eines Konsortiums erhielt Lichtblick den Zuschlag für 14 öffentliche Standorte in Baden-Württemberg (wir berichteten).

Mer Germany bietet neben Lösungen für Geschäftskunden auch Ladeinfrastruktur für den öffentlichen Raum an. Zum Angebot gehören Planung, Installation und Betrieb von Ladestationen sowie Hardware, Apps und Portale. Nach eigenen Angaben verfügt Mer über mehr als 36.200 eigene öffentliche Ladepunkte. Über das europäische Ladenetz erhalten Kunden Zugang zu mehr als 780.000 Ladepunkten und Ladehubs. Mer gehört zum norwegischen Energiekonzern Statkraft. (hr)
 // VON Heidi Roider
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Erste Bilanz und Neuausrichtung in Ahrensburg
Quelle: Jonas Rosenberger
STADTWERKE. Die Stadtwerke Ahrensburg (Schleswig-Holstein) haben ihre Führungsstruktur in Geschäftsführung und kaufmännischer Steuerung neu besetzt. Eine erste Bilanz. 
Elmar Burgard hat am 1. Juli die Geschäftsführung der Stadtwerke Ahrensburg GmbH und der Glasfasertochter Badlantic Betriebsgesellschaft mbH übernommen. Sven Braukmüller ergänzt das Führungsteam seit dem 15. Juli als Leiter Kaufmännische Dienste.
 // VON Günter Drewnitzky MEHR...

In Gesprächen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Bereiche habe Burgard, der zuvor in mehreren Managementpositionen im Bereich Energieversorgung tätig war, eine Bestandsaufnahme vorgenommen, wie es in einer Mitteilung des Versorgers heißt. Sein Fazit: Hohe fachlicher Kompetenz bei den Beschäftigten, aber auch konkreter Handlungsbedarf, was Prozesse, Schnittstellen und wirtschaftliche Steuerung einzelner Geschäftsfelder angeht. 

„Die Stadtwerke Ahrensburg verfügen über eine gute Basis. Gleichzeitig stehen wesentliche Veränderungen an“, so Burgard. Die enge Einbindung von Stadt und Aufsichtsrat sei dabei ausdrücklich Teil des Konzepts. Die Geschäftsführung verstehe ihre Rolle darin, belastbare Entscheidungsgrundlagen zu schaffen, Chancen und Risiken transparent darzustellen und gemeinsam getroffene Entscheidungen konsequent umzusetzen. 

Fokus auf die Wärme

Die Wärmeversorgung gilt bei den Stadtwerken als zentrales strategisches Zukunftsfeld. Erzeugung, Wärmenetze, Stromversorgung, Speicher und Betriebswirtschaftlichkeit als Gesamtsystem zu bewerten hat sich die neue Führung als Ziel vorgegeben. Das Fernwärmeprojekt Reeshoop mit einer Gesamtinvestition von rund 30 Millionen Euro und einer geplanten Jahresliefermenge von 23 Millionen kWh klimaneutraler Wärme soll planmäßig fortgesetzt werden. Parallel will man die Bereiche Digitalisierung und Automatisierung voranbringen. 

Darüber ist der Aufbau eines integrierten, kennzahlenbasierten Managementreportings geplant, das interne Steuerung und Berichterstattung gegenüber dem Aufsichtsrat auf eine neue Grundlage stellen. 

Glasfaser-Ausstieg wird geprüft

Das Badlantic-Glasfasergeschäft soll dahingehend überprüft werden, ob ein wirtschaftlich sinnvoller Ausstieg realisierbar ist. Wie es seitens der Stadtwerke heißt, laufen Gespräche mit möglichen Partnern, eine Entscheidung wird bis spätestens Ende 2026 angestrebt. 

Sven Braukmüller, Bankbetriebswirt mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in Projekt- und internationaler Finanzierung sowie kaufmännischer Prozessberatung, zuletzt im Bereich erneuerbare Energien, übernimmt die Kaufmännischen Dienste. 

„Mit Elmar Burgard und Sven Braukmüller haben wir die Stadtwerke Ahrensburg genau dort gestärkt, wo es jetzt darauf ankommt: in der Unternehmensführung und der kaufmännischen Steuerung. Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass das Unternehmen mit diesem Team die vor uns liegenden Veränderungen gut gestalten wird“, erklärte Eckart Boege, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stadtwerke Ahrensburg, zum neuen Führungspersonal. 

Die Stadtwerke Ahrensburg hatten sich zum 1. Juli von Geschäftsführerin Julia Fest getrennt. In gegenseitigem Einvernehmen, wie es hieß, über die Gründe wurde nichts bekannt. In die Schlagzeilen war der Versorger vor allem auch wegen des Glasfasernetzes geraten, das sich vom Vorzeigeprojekt zum Verlustbringer wandelte und von dem man sich jetzt offenbar trennen will. (gd)
 // VON Günter Drewnitzky
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Enet baut Marktkommunikation aus
v.li: Geschäftsführer der Mako Plus Roland-Hambach und Oliver-Kunz Quelle: Enet GmbH
IT. Enet bündelt seine Dienstleistungen zur Marktkommunikation in einer neuen Gesellschaft. Die „ene’t MaKo Plus GmbH“ soll das Angebot für Energieversorger erweitern.
Die Enet Unternehmensgruppe mit Sitz in Hückelhoven baut ihr Geschäft mit Dienstleistungen für die Marktkommunikation aus. Dazu hat das Unternehmen die Enet Mako Plus GmbH gegründet. Geschäftsführer sind Oliver Kunz und Roland Hambach.
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

„Die Nachfrage nach den Dienstleistungen im Bereich der Marktkommunikation ist in den letzten Jahren so stark gestiegen, dass die Gründung einer eigenen Gesellschaft der konsequente Schritt ist“, sagt Kunz. Mit der neuen Gesellschaft will Enet die bestehenden Leistungen ausbauen und das Portfolio erweitern.

Zum Angebot gehören die Prozesse der Geschäftsprozesse zur Kundenbelieferung mit Elektrizität (GPKE), der Marktregeln für die Durchführung der Bilanzkreisabrechnung Strom (MaBiS) und der Geschäftsprozesse Lieferantenwechsel Gas (GABi Gas). Hinzu kommen Controlling-Dienstleistungen im Zusammenhang mit diesen Prozessen. Die Enet Mako Plus stellt zudem eine AS4-Infrastruktur für den sicheren Austausch von Übertragungsdateien bereit.

Bestehende Kundenbeziehungen bleiben erhalten

Für bestehende Kunden soll sich durch die Gründung der Gesellschaft nach Unternehmensangaben zunächst nichts ändern. Ansprechpartner und Kommunikationswege bleiben bestehen. Hambach, der zugleich Geschäftsführer der Enet GmbH und der Enet Service ist, sieht in der neuen Gesellschaft vor allem eine stärkere Gewichtung der Marktkommunikation innerhalb der Unternehmensgruppe.

Eine weitere Rolle spielt für Enet die geplante Einführung des MaBiS-Hubs. Kunz ist Projektgruppenleiter für das Thema beim Edna Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation. Mit dem Betrieb des MaBiS-Hubs soll sich die Marktkommunikation ab 1. Oktober 2029 grundlegend verändern.

Nach Angaben des Unternehmens sollen dann Informationen zentral zusammenlaufen, verarbeitet und anschließend in aggregierter Form verteilt werden. Anbieter von Marktkommunikationsdienstleistungen müssten sich daher frühzeitig auf die neuen Prozesse einstellen.

Selbstentwickelte Software ist anpassbar

„Mit unserem umfassenden Know-how über die verschiedenen Rollen der Marktkommunikation können wir unsere Kunden umfassend beraten, auch wenn die Themen komplexer sind“, sagt Kunz. Die Enet MaKo Plus übernehme nach Unternehmensangaben auf Wunsch auch das Clearing. Dabei sollen Fehlerquellen in den Marktkommunikationsprozessen identifiziert und behoben werden.

Für die Dienstleistungen setzt die Gesellschaft eine selbst entwickelte Software mit einer automatisierten Process Engine ein. Nach Angaben von Enet lässt sich die Software an neue Anforderungen anpassen. Damit sollen auch Änderungen bei regulatorischen Vorgaben und Marktprozessen in den Abläufen berücksichtigt werden können.

Hambach sieht darin eine Grundlage für die weitere Automatisierung der Marktkommunikation. „Aus den Pflichten der Marktkommunikation entwickeln wir einen Mehrwert für unsere Kunden“, sagt er. Reibungslose Prozesse und eine verbesserte Stammdatenqualität sollen aus Sicht des Unternehmens dazu beitragen, Kosten zu senken und die Planungssicherheit bei Energieversorgern zu erhöhen. (sh)
 // VON Susanne Harmsen
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MARKTBERICHTE

STROM
GAS
Katar-Ausfall hält Gaspreise hoch
Quelle: E&M
MARKTKOMMENTAR. Wir geben Ihnen einen tagesaktuellen Überblick über die Preisentwicklungen am Strom-, CO2- und Gasmarkt.
Überwiegend fester haben sich die Energiemärkte am Donnerstag gezeigt. Eine geringere Einspeiseleistung aus Wind und Solar stützte vor allem das kurze Ende. Am CO2-Markt gaben die Notierungen dagegen leicht nach. Ohne neue Impulse rechnen Analysten hier zunächst mit einer Seitwärtsbewegung. Die Gaspreise zogen wieder an, da die Blockade der Straße von Hormus und ausbleibende LNG-Lieferungen aus Katar die Sorgen um Europas Winterversorgung verstärken. Auch die Ölpreise legten angesichts fehlender Fortschritte im Konflikt mit dem Iran und einer steigenden geopolitischen Risikoprämie kräftig zu.
 // VON Marie Pfefferkorn MEHR...

Strom: Durch die Bank fester hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Donnerstag gezeigt. Der Day-ahead gewann im Base 21,75 auf 170,25 Euro je Megawattstunde und im Peak 40,00 auf 164,25 Euro je Megawattstunde.

Die Einspeiseleistung der Erneuerbaren dürfte am Freitag mit knapp 18 Gigawatt deutlich geringer ausfallen als noch am Donnerstag, für den 25 Gigawatt erwartet wurden.

Für Samstag und Sonntag werden dann wieder höhere Einspeiseleistungen in Aussicht gestellt. Vor allem der Sonntag dürfte relativ windig und sonnig ausfallen. Das US-Wettermodell sieht für die kommenden 14 Tage eine stark schwankende Windeinspeiseleistung, die ab dem 25. August im überdurchschnittlichen Bereich liegen soll. Auch die Temperaturen dürften demnach ab dem 25. August noch einmal für wenige Tage in den überdurchschnittlichen Bereich klettern.

Am langen Ende legte das Strom-Cal-27 bis zum Nachmittag um 2,19 auf 110,78 Euro je Megawattstunde zu.

CO2: Schwächer haben sich die CO2-Preise am Donnerstag präsentiert. Der Dec 26 verlor bis gegen 14.00 Uhr 0,21 auf 81,50 Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 7,9 Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 81,88 Euro, das Tief bei 81,30 Euro.

Kurzfristig rechnen die Analysten von Redshaw Advisors nicht mit größeren Preisausschlägen. Solange neue marktbewegende Nachrichten aus dem Nahen Osten ausbleiben, dürfte sich der EUA-Markt am ehesten seitwärts in einer Handelsspanne zwischen 81,05 und 83,34 Euro je Tonne bewegen, so die Analysten.
 


Erdgas: Die europäischen Gaspreise haben am Donnerstag wieder zugelegt. Der Frontmonat am niederländischen TTF gewann bis gegen 14.00 Uhr 1,175 auf 64,550 Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE ging es für den Day-ahead um 0,825 auf 64,675 Euro je Megawattstunde nach oben.

Die Notierungen machten damit den Rückgang der vorherigen Sitzung weitgehend wett. Die anhaltenden Einschränkungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus verstärken die Sorgen um die weltweite LNG-Versorgung.

US-Präsident Donald Trump drohte am Mittwoch laut Trading Economics mit „massiven Strafmaßnahmen“ gegen Länder, die den Iran unterstützen oder weiterhin Geschäfte mit Teheran betreiben. Zuvor hatte Trump erklärt, dass derzeit keine Verhandlungen mit Teheran stattfänden und die US-Seeblockade gegen den Iran in Kraft bleibe. Teheran hält seinerseits daran fest, dass die Straße von Hormus geschlossen bleibt.

Die Blockade hat die LNG-Lieferungen aus Katar zum Erliegen gebracht und verschärft den Wettbewerb Europas mit asiatischen Abnehmern um verfügbare LNG-Ladungen. Die eingeschränkten LNG-Zuflüsse und der zuletzt höhere Verbrauch bremsen die Befüllung der europäischen Gasspeicher. Damit wachsen die Sorgen, dass Europa mit vergleichsweise niedrigen Speicherständen in die Heizperiode starten könnte. (map)
 // VON Marie Pfefferkorn
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