STROMSPEICHER. Die Zahl der Netzanschlussanfragen für Großbatterien hat 2025 stark zugenommen. Zugesagt wurde bislang aber nur ein Bruchteil der beantragten Projekte.
Der Andrang großer Batteriespeicher auf die Stromnetze ist 2025 deutlich gestiegen. Wie eine Auswertung von „SMARD“, der Online-Informationsplattform der Bundesnetzagentur (BNetzA), zeigt, gingen bei den Übertragungs- und Verteilernetzbetreibern insgesamt 18.158 Netzanschlussbegehren ein. Erfasst sind kommerzielle Batteriespeicher ab der Mittelspannungsebene. Private Hausspeicher bleiben unberücksichtigt.
// VON Davina Spohn MEHR...
Die beantragte Leistung summierte sich laut Smard auf rund 573.500
MW und lag damit 43
Prozent über dem Vorjahreswert. Die beantragte Speicherkapazität erreichte rund 1,6
Millionen MWh. Das ist ein Plus von 139
Prozent verglichen zum Vorjahr. Die Zahl der Anfragen stieg sogar um 194
Prozent, wie Smard anführt. Die Bundesnetzagentur weist allerdings darauf hin, dass Projektentwickler dasselbe Vorhaben häufig für mehrere mögliche Standorte einreichen. Mehrere Anfragen bedeuten daher nicht automatisch mehrere später realisierte Speicher. Die Vergleichswerte für 2024 hat die Behörde nachträglich aktualisiert.
Ein belastbareres Bild liefern nach Einschätzung der Behörde die Netzanschlusszusagen. Sie stellen verbindliche Angebote für den Abschluss eines Anschlussvertrags dar. 2025 erteilten die Netzbetreiber insgesamt 1.937 solcher Zusagen. Darin sind auch ältere Anfragen aus Vorjahren enthalten. Die zugesagte Leistung belief sich auf 54.200
MW, die Speicherkapazität auf 142.200
MWh. Gegenüber dem Vorjahr stiegen diese Werte um 119 beziehungsweise 207
Prozent.
Zum Vergleich verweist die Onlineplattform auf die 28 Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland. Sie verfügen zusammen über rund 6.200
MW Leistung und etwa 147.000
MWh
Speicherkapazität. Würden sämtliche zugesagten Batteriespeicher umgesetzt, läge ihre Speicherkapazität damit fast auf dem Niveau des heutigen Pumpspeicherbestands. Bei der kurzfristig verfügbaren Leistung wäre der Batteriespeicherbestand deutlich größer.
Verteilnetze tragen die Masse der AnträgeIm Jahr 2025 gingen besonders viele Anfragen bei den Verteilernetzbetreibern (VNB) ein. Dort registrierte die Bundesnetzagentur 17.775 neue Netzanschlussbegehren mit insgesamt 406.800
MW Leistung und rund 1,19
Millionen MWh Speicherkapazität. Von diesen Anträgen erhielten 1.429 eine Zusage. Das entspricht rund acht Prozent der Anträge und 16.800
MW zugesagter Leistung.
Bei den Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) fiel die Zahl der Anträge mit 383 deutlich geringer aus, die einzelnen Projekte sind dort jedoch wesentlich größer. Die neu beantragte Leistung lag bei 166.700
MW. Für 39 Anträge mit zusammen 17.200
MW erteilten die ÜNB eine Zusage. Damit erhielten rund zehn Prozent der 2025 neu eingegangenen Begehren grünes Licht.
Der Größenunterschied zeigt sich auch beim Durchschnitt der zugesagten Projekte. Im Übertragungsnetz lag die Leistung je Zusage laut Smard bei rund 384
MW, im Verteilnetz bei rund 14
MW. Die durchschnittliche Speicherkapazität betrug 841
MWh beziehungsweise 44
MWh. Smard führt dies unter anderem darauf zurück, dass Stand-alone-Speicher häufiger an das Übertragungsnetz angeschlossen werden, während anlagengekoppelte Speicher überwiegend im Verteilnetz liegen. Der aktuelle Datensatz unterscheidet diese beiden Speicherarten allerdings noch nicht.
ÜNB melden weitere Zusagen für 2026Auch in diesem Jahr hält die Nachfrage nach Netzanschlüssen für große Batteriespeicher auf Höchstspannungsebene an. Bis zum 1.
April 2026 registrierten die ÜNB 23 neue Anfragen mit rund 6.000
MW Leistung und 16.400
MWh Speicherkapazität. Zugleich arbeiteten sie ältere Begehren weiter ab.
Insgesamt erteilten die ÜNB bis Anfang April 2026 bereits 64 Netzanschlusszusagen mit 24.700
MW Leistung und 55.400
MWh Speicherkapazität. Damit lag das Volumen der Zusagen schon nahe am Gesamtwert des Vorjahres. 2025 hatten die ÜNB einschließlich älterer Anträge 71 Zusagen über 27.300
MW und 59.700
MWh Speicherkapazität erteilt.
Zum Vergleich mit dem heutigen Bestand nennt Smard 1.292 Batteriespeicher ab der Mittelspannungsebene, die laut Marktstammdatenregister bereits in Betrieb sind. Sie kommen zusammen auf rund 3.600
MW Nettonennleistung und etwa 6.000
MWh Speicherkapazität. Damit bleibt zwischen der derzeit installierten Flotte und den geplanten beziehungsweise bereits zugesagten Projekten ein erheblicher Abstand.
(ds)
// VON Davina Spohn WENIGER