Zum dritten Mal seit der Versteigerung nationaler Emissionsrechte (nEZ) ist am 2.
September die ausgeschriebene Tonnage von 10,7
Millionen nEZ nicht verdoppelt worden. Dies, weil die verbleibenden zu auktionierenden Zertifikate nur noch weniger als ein Drittel der Jahresauktionsmenge von 192
Millionen nEZ ausmachen (Paragraf
12 Absatz
5 Brennstoffemissionshandelsverordnung).
// VON Georg Eble MEHR...
Jetzt sind 10,7
Millionen nEZ übrig, die genau in einen Auktionstermin. Das bedeutet: Am 2.
September findet die letzte derartige Versteigerung für das Verschmutzungsjahr 2026 statt. Ursprünglich hätte die Mittwochsauktion bis in den Oktober reichen sollen, aber angesichts anhaltend hoher Zahlungsbereitschaft für die knappen nEZ zum Höchstpreis von 65
Euro je Tonne griff in den ersten sieben Runden eine Auktionsregel, wonach die doppelte Menge zum Höchstpreis veräußert wurde.
Am 2.
September gingen erneut alle nEZ zum gesetzlichen Höchstpreis von 65
Euro je Tonne an die Bieter, geht aus einer Veröffentlichung der EEX hervor. Gebote sind von 55 Euro an zulässig.
Das Ergebnis war vorhersehbar: Der Bund hat bewusst ein verknapptes Kontigent in die ETS1-Auktionen gegeben. Gebote gingen am 2.
September auf 508
Millionen nEZ ein, das ist weniger als in der Vorwoche, als noch auf 529
Millionen nEZ geboten worden war. Die Erfolgsquote blieb gerundet bei 2
Prozent. Angefangen hatten die Auktionen Anfang Juli bei 7,3
Prozent. Am 12.
August war die Gebotsmenge mit 546
Millionen am größten gewesen, am Anfang der Auktionen mit 292
Millionen am niedrigsten.
Überzeichnungsquote bei knapp 50Die Teilnehmerzahl sank am 2.
September weiter, und zwar um vier auf 108. Erstmals war sie am 19.
August gesunken. Das Interesse am nationalen Emissionshandel (ETS2) sank damit sowohl in der Breite als auch pro Kopf der verbleibenden Teilnehmer. Letzteres allerdings nach wie vor auf hohem Niveau: Die Überzeichungsquote sank nur von knapp
50 - einem Wert, der sich in der Auktion vom 12.
August mangels Verdopplung der Auktionsmenge selbst verdoppelt hatte - auf knapp
48. Die erste Auktionsrunde war erst um den Faktor
13 überzeichnet gewesen. Man kann das jetzige Versteigerungsergebnis also also Folge einer steigenden Frustration über das knappe Angebot lesen.
Der Klima- und Transformationsfonds (KTF) des Bundes nahm aus dem nationalen Emissionshandelssystem (nEHS), dem Ausfall der Verdopplung entsprechend, erneut nur die Hälfte der sonst üblichen 1,387
Milliarden Euro ein.
Zwei After Sales mit Aufschlag, aber FestpreisWer im vierten Quartal noch nEZ für seinen Kraft- oder Brennstoffabsatz im laufenden Jahr benötigt, kann im November und Dezember an einem Nachverkauf an der EEX teilnehmen. Dann gibt es aber erstens einen Einheitspreis von 68
Euro pro Tonne. Und zweitens gibt es dann keine Knappheit: Es werden unbegrenzt nEZ ausgegeben. Nächstes Jahr lassen sich nEZ für dieses Jahr für 73
Euro pro Tonne nachkaufen.
Ebenfalls nächstes Jahr findet für den Ausstoß des Jahres 2027 an der EEX die gleiche Auktionsreihe nochmal statt, bevor 2028 das nur noch marktbasierte europäische Emissionshandelssystem für Brenn- und Kraftstoffe (EU-ETS2) beginnt. Es sei denn, das EU-ETS2 wird nochmal verschoben. Dann dürfen aber nur noch Unternehmen teilnehmen, die nEZ selbst brauchen. Dies soll die Spekulation eindämmen, aber solche Unternehmen sind unter den an der EEX zugelassenen Händlern rar.
Deutschland hatte sein ETS2, das Ende 2026 ausgelaufen wäre, nach der unionsweiten Verschiebung bis Ende 2027 verlängert. Nationale CO2-Preise im Verkehrs- und Gebäudesektor gibt es nur in einigen wenigen EU-Staaten.
In der Brennstoffemissionshandelsverordnung (BEHV) steht drin, dass der CO2-Ausstoß im Verkehr und in der Gebäudeheizung bundesweit jährlich sinken soll, von 301
Millionen Tonnen (2021) über 255
Millionen Tonnen (2026) bis auf 180
Millionen Tonnen (2030).
(geo)
// VON Georg Eble WENIGER