Überwiegend mit Abgaben haben sich die Energiemärkte am Dienstag gezeigt. Händler sprechen von einer technischen Korrektur, nachdem die Notierungen am Montag massiv angezogen hatten. Von einer fundamentalen Besserung der Lage sind die Märkte indessen weit entfernt. So meldet der maritime Analysedienst Kpler, am Montag hätten vier Frachter die Straße von Hormus passiert. Die Zahl könnte etwas höher liegen, weil Schiffe immer wieder mit ausgeschaltetem Transponder durch die Meerenge fahren. Vor Beginn des Irankrieges Ende Februar passierten mehr als 120 Schiffe pro Tag die Route. Nach Angaben von Kpler nahm auch der Verkehr durch den Bab al-Mandab ab.
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Strom: Überwiegend mit Abgaben hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Dienstag gezeigt, der sich damit der Tendenz bei Gas, Kohle und CO2 anpasste. Der Day-ahead allerdings gewann bis gegen 14.00 Uhr 2,25
Euro auf 182,50 Euro je Megawattstunde im Base. Für den Peak wurde ein Plus von 17,75 auf 168,25 Euro gesehen. An der Börse wurde die Grundlast mit 182,33 Euro und die Spitzenlast mit 168,01 Euro ermittelt.
Maßgeblich für den Preisanstieg beim Day-ahead war die etwas geringere Einspeiseleistung der Erneuerbaren, die für den Folgetag vorhergesagt wurden. So prognostizieren die Meteorologen von Eurowind für den Mittwoch in der Grundlast 24,2 Gigawatt gegenüber 24,8 Gigawatt am Berichtstag. Im Peak werden 35,8 Gigawatt erwartet nach 40,3 Gigawatt am Berichtstag. An den Tagen danach erwarten die Wetterdienste eine höhere Einspeiseleistung der Erneuerbaren, was auf ein wachsendes Windaufkommen zurückzuführen ist. Der Himmel dürfte sich hingegen bedeckt zeigen und die Solareinspeiseleistung dämpfen.
Unterdessen haben die Analysten der Commerzbank die Prognose für den Frontmonat (Grundlast) nach oben revidiert. Mittlerweile geht das Bankhaus von einem Strompreis zum Jahresende von etwa 150 Euro je MWh aus (zuvor 110 Euro).
Am langen Ende verlor das Strom-Frontjahr 7,69
Euro auf 128,48 Euro je Megawattstunde,
CO2: Die CO2-Preise haben sich am Berichtstag schwächer gezeigt. Der Dec 26 verlor bis gegen 13.50 Uhr 1,88
Euro auf 86,11 Euro je Tonne.
Die Bullen hatten am Vortag die Entwicklungen im Nahen Osten genutzt, um die jüngste neutral-bullische Handelsspanne nach oben zu durchbrechen, wodurch die EU-Emissionszertifikate auf ein seit Januar nicht mehr gesehenes Niveau zurückkehrten und der Schlüsselwiderstand bei 86,91 Euro durchbrochen wurde. Am Berichtstag gaben die Zertifikate allerdings unter dem Eindruck der Korrektur der Nachbarmärkte Gas, Kohle und Strom ebenfalls nach.
Da sich keine fundamentale Änderung für Energiemärkte abzeichnet, dürfte die Atempause allerdings von kurzer Dauer sein. Angesichts des begrenzten technischen Widerstands scheinen Aufschläge kurzfristig wahrscheinlich, so die Analysten von Redshaw Advisors. Sollten die Gas- und Strompreise jedoch weiter steigen, dürften nachhaltige Kursgewinne für CO2 aufgrund des Rückgangs der Industrieproduktion zunehmend schwerer zu erzielen sein.
Erdgas: Mit einem deutlichen Minus haben sich die europäischen Gaspreise am Dienstag gezeigt. Der richtungsweisende Frontmonat am niederländischen TTF verlor bis gegen 13.42 Uhr 2,744
Euro auf 79,296 Euro je Megawattstunde.
Marktteilnehmer sprachen diesbezüglich von einer technischen Korrektur. Die europäischen Erdgaspreise bleiben jedoch weiter auf hohem Niveau. Die Preise lassen kaum Aussichten auf einen weiteren Rückgang erkennen, da die Eskalation im Nahen Osten die Chancen auf eine baldige Belebung der LNG-Lieferungen aus dem Golf schmälert, schreiben die Analysten von ING. Der globale LNG-Markt werde angespannt bleiben, daauf der Nordhalbkugel die Heizperiode beginne, was bedeute, dass Europa Schwierigkeiten haben werde, vor dem Winter das untere Ende seiner Speicherziele von mindestens 75 Prozent zu erreichen, so die Analysten.
(cdg)
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