Uneinheitlich haben sich die Energiemärkte vor dem Wochenende gezeigt. Strom, CO2 und Gas notierten befestigt, während Erdöl weiter nachgab. Im Wesentlichen hat sich die Risikoeinschätzung an den Märkten nicht geändert, doch Brent profitiert von der Hoffnung, dass die saudischen Erdöllieferungen bald wieder in Schwung kommen. Unterdessen hat US-Großbank JP Morgan nach eigenen Angaben zum ersten Mal seit Beginn des Irankrieges keine klare Prognose mehr für die Ölmärkte. „Wir wissen einfach nicht, wie wir den Ausgang modellieren sollen“, schrieben die Analysten der Bank in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie.
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Trotz der massiven Angebotsausfälle von schätzungsweise 10
Millionen Barrel pro Tag sei der Ölpreis jedoch nicht so stark gestiegen wie erwartet. Dies liegt den Analysten zufolge vor allem an einem weltweiten Nachfragerückgang. Die globale Ölnachfrage sei um etwa 4,4
Millionen Barrel pro Tag im Vergleich zum Vorjahr gesunken.
Strom: Fester hat sich der deutsche OTC-Strommarkt unter dem Eindruck steigender Notierungen für CO2 und Erdgas am Freitag präsentiert. Der Montag wurde börslich in der Grundlast gegen 14
Uhr mit 132,50
Euro je Megawattstunde gehandelt. Am Donnerstag hatte der Freitag selbst an der Börse im Base 120,53
Euro je Megawattstunde gekostet.
Die Einspeiseleistung der Erneuerbaren dürfte am Montag mit 39,9
Gigawatt höher ausfallen als am Freitag, für den 32,8
Gigawatt erwartet wurden. Doch bereits für den Dienstag prognostizieren die Meteorologen von Eurowind deutlich geringere Erneuerbaren-Einspeiseleistungen, die vor allem auf ein unterdurchschnittliches Windaufkommen zurückzuführen sind.
Am langen Ende gewann das Strom-Frontjahr 3,09 auf 130,77
Euro je Megawattstunde.
CO2: Fester hat sich der CO2-Markt am Freitag gezeigt. Der Dec
26 gewann bis 13.17
Uhr 0,67 auf 86,68
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 9,8
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 86,91
Euro, das Tief bei 85,70
Euro.
Der Dec
26 profitierte laut Händlern von einem guten technischen Unterstützungsniveau und den Vorhersagen für eine milde Witterung in den kommenden Tagen. Zudem dürfte der Kontrakt vom Auslaufen der Compliance-Frist Ende September profitieren.
Erdgas: Die europäischen Erdgaspreise haben am Freitag zugelegt. Der richtungsweisende Frontmonat am niederländischen TTF gewann bis gegen 12.30
Uhr 1,850 auf 78,750
Euro je Megawattstunde.
Händler sprechen von einer technischen Gegenbewegung nach dreitägigen Verlusten in Folge. An den Aufwärtsrisiken für die Gaspreise (Irankrieg, niedrige Speicherstände, asiatische Nachfrage) hat sich nichts geändert. Laut Medienberichten dürfte die Bundesregierung in der neuen Woche über einen möglichen Markteingriff diskutieren und dann gegebenenfalls Notfalleinkäufe über den Marktgebietsverantwortlichen Trading Hub Europe beauftragen.
In Deutschland sind die Gasspeicher nur zu 56
Prozent und damit knapp 27
Prozentpunkte unter dem Fünfjahresdurchschnitt gefüllt. Die technische Einspeicherungskapazität beträgt etwa 4,3
TWh pro Tag. Die Entnahmen könnten in der Spitze um die 2,5 bis 3,5
TWh pro Tag erreichen. Selbst bei der Annahme, dass 200
GWh mehr pro Tag als im Fünfjahresdurchschnitt eingespeichert und 50
GWh täglich weniger entnommen werden, läge der deutsche Gasspeicherfüllstand zum 1.
November nur bei knapp 66
Prozent.
(cdg)
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