Mit Abgaben zeigen sich die Energiemärkte am Dienstag. Die Notierungen reagieren damit auf eine mögliche Annäherung der Standpunkte im Irankrieg, die zu einer Öffnung der Straße von Hormus führen könnte. Während bislang die US-Regierung von Gesprächen sprach, die von Iran häufig dementiert wurden, betont nun auch die Islamische Republik die Möglichkeit einer Einigung.
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Der Iran hat kurz vor Beginn der UN-Generaldebatte eine Wiedereröffnung der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus in Aussicht gestellt, falls die USA ihre Blockade aufheben. Ein ranghoher iranischer Vertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag, das Treffen bei den Vereinten Nationen sei eine „goldene Gelegenheit“, die Diplomatie mit Washington wiederzubeleben. Sowohl US-Präsident Donald Trump als auch dessen iranischer Amtskollege Masud Peseschkian werden in New York erwartet.
Strom: Schwächer hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Dienstag gezeigt, der sich damit der Tendenz der Nachbarmärkte anschloss. Der Day-Ahead verlor bis gegen 14.00
Uhr 45,50 auf 181,00
Euro je Megawattstunde im Base. Für den Peak wurde ein Minus von 67,50 auf 153,50
Euro gesehen. An der Börse wurde die Grundlast mit 180,68
Euro und die Spitzenlast mit 153,34
Euro ermittelt.
Ursächlich für den Preisrückgang im Base war neben der generellen Abwärtstendenz an den Energiemärkten die etwas stärkere Erneuerbaren-Einspeisung, die für den Mittwoch prognostiziert wird. Am Mittwoch soll die Einspeiseleistung der Erneuerbaren laut den Meteorologen von Eurowind mit 20,1
Gigawatt im Base etwas höher ausfallen als am Dienstag (17,2
Gigawatt).
Für die Folgetage gehen die Analysten von Eurowind von moderaten Beiträgen von Wind und Solar zur Stromgewinnung und von milder Witterung aus. Eine Ausnahme bildet allerdings der Donnerstag, für den recht kräftige Erneuerbarenbeiträge vorhergesagt werden.
Am langen Ende verlor das Strom-Frontjahr um 4,82 auf 123,69
Euro je Megawattstunde.
CO2: Die CO2-Preise haben am Berichtstag nachgegeben. Der Dec
26 verlor bis gegen 13.56
Uhr 1,02 auf 85,57
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 15,4
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 87,40
Euro, das Tief bei 85,38
Euro.
Händlern zufolge gibt CO2 im Kontext mit den Nachbarmärkten ab. Bereits nach den Verlusten vom Vortag hat sich die technische Situation am CO2-Markt verschlechtert. Die Analysten von Redshaw Advisors sehen Unterstützung für den Dec
26 bei 85,23
Euro, Widerstand bei 87,10
Euro und danach bei 87,81
Euro.
Bearish auf die Preise dürfte sich das für die aktuelle Woche um 52,5
Prozent höhere Primärangebot im Wochenvergleich auswirken. Aus dem neuen, MSR-angepassten Emissionskalender ergeben sich gemeinsame EU-Auktionen von nunmehr 2,792
Millionen Emissionen statt bislang 2,246
Millionen, Polen kehrt am Mittwoch mit 1,945
Millionen an den Primärmarkt zurück und die deutsche Freitagsauktion steigt auf 1,548
Millionen. Das höhere Angebotsvolumen wird bis Mitte Dezember anhalten.
Erdgas: Mit einem massiven Minus haben sich die europäischen Gaspreise am Dienstag gezeigt. Der richtungsweisende Frontmonat am niederländischen TTF verlor bis gegen 13.19
Uhr 2,599 auf 71,006
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE sank der Day-Ahead um 4,750 auf 70,200
Euro.
Infolge der Hoffnungen auf eine Verhandlungslösung im Irankrieg ist Erdgas stark zurückgefallen. Allerdings dürfte der Abwärtsdruck begrenzt bleiben, so die Analysten der Commerzbank. Denn am Gasmarkt gibt es, anders als am Ölmarkt, keine Umleitungen, über die das derzeit fehlende LNG aus Katar transportiert werden könnte. Solange die Straße von Hormus offiziell geschlossen bleibt, gelangt nur ein geringer Teil an katarischem LNG an den Weltmarkt. Laut Bloomberg-Daten sind es derzeit 20 Prozent des Vorkriegsniveaus.
Das LNG fehlt vor allem in asiatischen Ländern, weshalb der asiatische Gaspreis derzeit bei umgerechnet 80
Euro je Megawattstunde liegt, was einer Preisdifferenz von rund 5,50
Euro entspricht. Ab einer Differenz von 6
Euro je Megawattstunde wird es für US-Lieferanten aufgrund der Mehrtransportkosten attraktiver, ihr LNG nach Asien statt nach Europa zu verschiffen. Da Europa aufgrund der niedrigen Gasspeicher verstärkt auf LNG-Lieferungen im Winter setzt und die Heizperiode näher rückt, dürfte sich der Preisabstand kaum noch stärker ausweiten, so die Analysten der Commerzbank.
Hinzu kommen die relativ gering gefüllten Gasspeicher in Europa. Im Durchschnitt liegt die Kapazitätsauslastung bei 70
Prozent und damit etwa 15
Prozentpunkte unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Am Donnerstag wird die Gas Coordination Group der Europäischen Kommission erneut über die aktuelle Lage diskutieren und gegebenenfalls Handlungsvorschläge formulieren.
(cdg)
// VON Claus-Detlef Großmann WENIGER