Überwiegend fester haben sich die Energiemärkte am Donnerstag präsentiert. Vor allem für die Öl- und Gaspreise ging es erneut deutlich nach oben. Der TTF-Frontmonat kletterte im Tagesverlauf zeitweise über die Marke von 80
Euro je Megawattstunde.
// VON Marie Pfefferkorn MEHR...
Zwar könnten in Katar zusammengezogene LNG-Tanker auf eine Ausweitung der Exporte hindeuten, Angriffe auf Schiffe und niedrige europäische Speicherstände halten das Versorgungsrisiko und damit auch die Risikoprämien aber hoch. Kohle und Öl verteuerten sich ebenfalls deutlich. Förderausfälle im Golf von Mexiko infolge des Tropensturms Isaias sowie Angriffe auf Energieinfrastruktur und Tanker sorgten für zusätzlichen Aufwärtsdruck.
Strom: Überwiegend fester hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Donnerstag gezeigt. Der Day-ahead verlor hingegen 60,75 auf 78,75
Euro je Megawattstunde im Base und 72,75 auf 66,00
Euro je Megawattstunde im Peak. An der Börse wurde der Base mit 78,58
Euro gesehen, der Peak mit 65,61
Euro.
Die Einspeiseleistung der Erneuerbaren dürfte am Freitag mit 41,6
Gigawatt deutlich höher ausfallen als noch am Donnerstag, für den 29,9
Gigawatt in Aussicht gestellt wurden. Der Start in die neue Arbeitswoche dürfte dann erheblich niedriger ausfallen, für den Montag werden nur noch 17,9
Gigawatt an Wind- und Solareinspeiseleistung erwartet.
Am langen Ende gewann das Strom-Cal-27 bis zum Nachmittag um 3,43 auf 138,03
Euro je Megawattstunde hinzu.
CO2: Die CO2-Preise haben am Donnerstag weiter zugelegt. Der Dec
26 gewann bis gegen 14.00
Uhr um 0,80 auf 86,05
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 10,0
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 86,10
Euro, das Tief bei 85,22
Euro.
Laut den Analysten von Redshaw Advisors dürfte der Widerstand bei 85,86
Euro das nächste Ziel der Bullen sein. Auf der Unterseite dürfte die psychologisch wichtige Marke von 85
Euro zunächst als Unterstützung dienen.
Erdgas: Fester haben sich die europäischen Gaspreise am Mittwoch gezeigt. Der richtungsweisende Frontmonat am niederländischen TTF gewann bis gegen 14.00
Uhr 1,124 auf 79,500
Euro je Megawattstunde.
Die europäischen Erdgaspreise waren zwischenzeitlich über die Marke von 80
Euro geklettert, grenzten die Gewinne im Handelsverlauf jedoch wieder ein. Anhaltende Angriffe auf Schiffe in der Golfregion schüren erneut Sorgen um die Sicherheit der LNG-Lieferungen.
Laut einem Bericht von Bloomberg hat Katar mindestens zwölf leere LNG-Tanker im Persischen Golf zusammengezogen. Dies könnte darauf hindeuten, dass das Emirat eine Wiederaufnahme oder Ausweitung seiner LNG-Exporte vorbereitet. Die zunehmenden Angriffe auf Schiffe in der Region verstärken jedoch die Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Transportrouten, sodass die Risikoprämien erhalten bleiben.
Gleichzeitig bleiben die europäischen Gasspeicherstände deutlich unter dem saisonüblichen Niveau. Nach Angaben des Branchenverbands Gas Infrastructure Europe (GIE) sind die unterirdischen Speicher in der EU derzeit zu 72
Prozent gefüllt. Damit bleibt der europäische Gasmarkt angesichts der anhaltenden Lieferunsicherheit anfällig für weitere Preisanstiege.
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// VON Marie Pfefferkorn WENIGER