Überwiegend schwächer haben sich die Energiemärkte am Mittwoch präsentiert. Die CO2-Preise folgten den schwächeren Strom-, Gas- und Kohlemärkten. Vor dem EU-Gipfel hält sich der EUA-Markt zurück, während Berichte über die verzögerte französische Umsetzung des ETS2 den politischen Druck auf die CO2-Bepreisung unterstreichen.
// VON Marie Pfefferkorn MEHR...
Auch die Gaspreise sanken, niedrige Speicherstände und eine mögliche längerfristige Schließung der Straße von Hormus halten die Versorgungslage jedoch angespannt. Die Ölpreise legten dagegen zu. Angriffe der Huthi auf den Aramco-Hauptsitz und die intensive Angriffswelle auf Schiffe stützten die Risikoprämie, während schwache chinesische Importdaten das Aufwärtspotenzial begrenzten.
Strom: Überwiegend schwächer hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Mittwoch präsentiert. Der Day-Ahead hingegen gewann in der Grundlast 8,25 auf 187,50
Euro je Megawattstunde, in der Spitzenlast ging es um 3,50 auf 180,25
Euro je Megawattstunde nach unten. An der Börse wurde der Base mit 187,30
Euro gesehen, der Peak mit 180,00
Euro.
Am Donnerstag dürfte die Einspeiseleistung der Erneuerbaren etwas nachgeben, wobei vor allem deutlich weniger Wind anfallen dürfte als noch am Mittwoch. In den nächsten Tagen dürfte die Einspeiseleistung der Erneuerbaren insgesamt relativ stabil bleiben und ab dem kommenden Montag wieder deutlicher ansteigen.
Am langen Ende verlor das Cal
27 bis zum frühen Nachmittag 0,15 auf 143,19
Euro je Megawattstunde.
CO2: Die CO2-Preise haben am Mittwoch nachgegeben. Der Dec
26 verlor bis gegen 14.00
Uhr 1,15 auf 86,90
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden 11,7
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 88,24
Euro, das Tief bei 86,76
Euro.
Die CO2-Zertifikate sind damit am Berichtstag den Märkten für Strom, Gas und Kohle gefolgt. Insgesamt zeigte sich der Markt aber abwartend vor dem anstehenden EU-Gipfel.
Die französische Regierung verzögert nach einem Bericht von Carbon Pulse die Umsetzung der ETS2-Richtlinie, um vor der Präsidentschaftswahl 2027 höhere CO2-Kosten und damit Unmut in der Bevölkerung zu vermeiden. Das betrifft den separaten Emissionshandel für Gebäude und Straßenverkehr. Auch wenn dies den EUA-Markt nicht direkt betrifft, ist die Nachricht laut Marktbeobachtern vor allem ein weiteres Signal für den politischen Druck auf die CO2-Bepreisung.
Erdgas: Schwächer haben sich die europäischen Gaspreise am Mittwoch gezeigt. Der Frontmonat am niederländischen TTF verlor bis gegen 14.00
Uhr 1,185 auf 85,550
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE gab der Day-Ahead um 2,835 auf 85,225
Euro je Megawattstunde nach.
Analysten gehen aktuell laut einem Bericht von Reuters davon aus, dass die europäischen Speicher zum Stichtag 1.
November lediglich zu 75 bis 78
Prozent gefüllt sein werden. Das wären rund zehn Prozentpunkte weniger als im Fünfjahresdurchschnitt.
Selbst bei durchschnittlichen Wintertemperaturen könnten die Speicherstände in Nordwesteuropa bis Anfang April auf rund 20 Prozent sinken, erwartet LSEG-Analyst Yuriy Onyshkiv.
Sollte die Straße von Hormus längerfristig geschlossen bleiben, dürfte dies den Druck auf die Wiederbefüllung der Speicher im Jahr 2027 zusätzlich erhöhen. Damit könnten die angespannten Versorgungsbedingungen auch über die kommende Heizperiode hinaus die europäischen Gaspreise stützen.
(map)
// VON Marie Pfefferkorn WENIGER