Überwiegend schwächer haben sich die Energiemärkte am Donnerstag präsentiert. Der deutsche Strommarkt legte vor allem am kurzen Ende zu, während entlang der Kurve Abgaben verzeichnet wurden. In der neuen Arbeitswoche dürften höhere Windstrommengen jedoch für Entlastung am Spotmarkt sorgen. Die CO2-Preise gaben erneut nach und folgten damit Gas und Kohle.
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Eingeschränkte LNG-Lieferungen aus dem Persischen Golf, staatliche Gaskäufe und niedrige Speicherstände halten das Risiko weiterer Preissprünge dennoch hoch. Am Ölmarkt belasteten die Erholung der Lieferungen aus der Golfregion und der schwächere Nachfrageausblick. Angriffe auf Schiffe nahe der Straße von Hormus und hohe Transportkosten begrenzen jedoch das Abwärtspotenzial.
Strom: Uneinheitlich hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Donnerstag präsentiert. Der Day-Ahead gewann im Base 23,50 auf 211,00
Euro je Megawattstunde und im Peak 33,25
Euro auf 213,50
Euro je Megawattstunde. Börslich wurde die Grundlast mit 210,67
Euro, die Spitzenlast mit 213,30
Euro gesehen.
Für den Freitag und die folgenden Tage erwarten die Meteorologen von Eurowind eine stabile Erneuerbaren-Einspeiseleistung. Zum Start in die neue Arbeitswoche dürfte diese dann deutlich anziehen und wieder über der Marke von 30
Gigawatt liegen.
Am langen Ende gewann das Strom-Frontjahr 1,03 auf 144,23
Euro je Megawattstunde.
CO2: Die CO2-Preise haben am Donnerstag weiter nachgegeben. Der Dec
26 verlor bis zum Settlement 1,28 auf 85,88
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 16,0
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 86,87
Euro, das Tief bei 85,79
Euro.
Die CO2-Preise orientierten sich damit erneut an den Märkten für Strom, Erdgas und Kohle, die sich überwiegend schwächer präsentierten. Etwas Unterstützung könnte laut den Analysten von belektron noch von der Nachfrage am Primärmarkt kommen, denn die Auktionen hätten zuletzt überwiegend Zuschlagspreise oberhalb des Sekundärmarktniveaus erzielt, während die Überzeichnungsquoten auf einem soliden Niveau blieben. Dies deute auf eine anhaltende Kaufbereitschaft hin.
Auch zeige der jüngste Commitment-of-Traders-Bericht (CoT), dass Investmentfonds ihre spekulativen Netto-Long-Positionen im Wochenvergleich um 4,9
Millionen Tonnen ausgeweitet haben.
Insgesamt bleibe das fundamentale Umfeld für den CO2-Markt unterstützend, so die Analysten weiter. Ohne erneute Preissteigerungen bei Gas und Strom dürfte es demnach allerdings schwierig werden, weiteres Aufwärtspotenzial zu erschließen.
Erdgas: Schwächer haben sich die europäischen Gaspreise am Donnerstag gezeigt. Der richtungsweisende Frontmonat am niederländischen TTF verlor bis gegen 14.00
Uhr 1,700 auf 85,200
Euro je Megawattstunde.
Trotz der Abgaben bleibt der Markt den Analysten der ING zufolge nervös und stellt sich zunehmend darauf ein, einen Großteil des bevorstehenden Winters mit stark eingeschränkten LNG-Lieferungen aus dem Persischen Golf bewältigen zu müssen. Dies würde den Wettbewerb zwischen europäischen und asiatischen LNG-Käufern verschärfen und weitere Preissprünge auslösen.
Zusätzliche Aufwärtsimpulse könnten durch staatlich veranlasste Gaskäufe in Europa liefern. Einige EU-Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, kaufen verstärkt Gas um die Speicherziele zu erreichen. Die europäischen Gasspeicher sind derzeit zu knapp 75
Prozent gefüllt, verglichen mit 83
Prozent zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres und einem Fünfjahresdurchschnitt von 89
Prozent. Damit bleibt die Versorgungslage vor Beginn der Heizperiode angespannt.
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// VON Marie Pfefferkorn WENIGER