Uneinheitlich haben sich die Energiemärkte am Montag gezeigt. Aufreger des Tages ist der Umstand, dass US-Präsident Donald Trump ein neues Sanktionspaket gegen Russland gestoppt hat, das er erst wenige Wochen zuvor unterzeichnet hatte.
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Der Schritt ist offenbar Teil einer politischen Annäherung zwischen Washington und Moskau, die zu mehr russischen Energielieferungen an den Weltmarkt führen könnte. Trump erklärte, er wolle Russland während der laufenden Verhandlungen nicht „vom Verhandlungstisch vertreiben“.
Der Ölmarkt hat auf das Dekret Trumps bereits reagiert, nicht jedoch der Gasmarkt, der infolge der just begonnenen Heizperiode und der niedrigen europäischen Lagerbestände weiter zulegt. CO2 gewinnt ebenfalls und bleibt in seiner angestammten Range. Strom zeigt sich ohne klare Tendenz.
Strom: Uneinheitlich hat sich der deutsche OTC-Strommarkt gezeigt, wobei vor allem das kurze Ende Abgaben verzeichnete. Der Dienstag wurde in der Grundlast mit 196,00 Euro je Megawattstunde gehandelt, für die Spitzenlast mussten 201,00 Euro je Megawattstunde gezahlt werden. An der Börse wurde der Base mit 195,66 Euro und der Peak mit 200,60 Euro gesehen.
Die moderate Preisbewegung von Montag auf Dienstag entspricht einer wenig veränderten Erneuerbaren-Einspeiseleistung von gut 27 Gigawatt für beide Tage. Von Mittwoch oder Donnerstag an rechnen die Wetterdienste mit einer sehr viel höheren Windstrom-Einspeisung in Deutschland, was sich bereits auf die Preise am kurzen Ende ausgewirkt hat. Die Starkwindphase soll laut dem US-Wettermodell rund eine Woche anhalten.
Das lange Ende des Strommarkts stand dagegen unter dem Eindruck der weiter anziehenden Gaspreise. Das Cal 27 gewann bis zum Nachmittag 0,48
Euro auf 146,87 Euro je Megawattstunde und notierte damit im Bereich eines Drei-Jahres-Hochs.
CO2: Etwas fester haben sich die CO2-Preise am Montag gezeigt. Der Dec 26 gewann bis gegen 13.55 Uhr 0,20
Euro auf 85,61 Euro je Tonne. Das Hoch lag bei 86,03 Euro, das Tief bei 84,61 Euro.
Der Grund für das Preisplus ist laut Händlern das geringere Angebot in der laufenden Woche, in der keine polnische Auktion angesetzt ist. Zudem steigt der Vorteil der verschmutzungsträchtigeren Kohle gegenüber Gas beim Einsatz in Kraftwerken weiter an. Der Markt richtet sein Augenmerk auf die am Dienstag anstehenden Trilog-Verhandlungen über die Marktstabilitätsreserve (MSR). Auf ihrem jüngsten Gipfel haben die Staats- und Regierungschefs auf eine rasche Einigung gedrängt. Bei den Verhandlungen wird festgelegt, wie viele Zertifikate in der Reserve verbleiben und nicht verfallen.
Erdgas: Die europäischen Gaspreise haben am Montag zugelegt. Der Frontmonat am niederländischen TTF gewann bis gegen 14.01 Uhr 0,978
Euro auf 88,576 Euro je Megawattstunde. Der Day-ahead am deutschen THE zog 1,075
Euro auf 90,800 Euro an.
Am Gasmarkt setzt sich damit die Aufwärtsbewegung der vergangenen Tage fort, die getrieben wird von den schwachen Speicherständen in Deutschland und der Konkurrenz um LNG mit Asien. Händlern zufolge steht die Marke von 100 Euro für den Frontmonat im Raum. Diese dürfte zunächst psychologischen Widerstand bieten, heißt es.
Am Sonntag waren die deutschen Speicher nur zu 61,3 Prozent gefüllt. Unterdessen beliefen sich die Gasimporte aus Norwegen nach Europa auf sehr starke 339,0
Millionen Kubikmeter.
Erdöl: Bis gegen 13.57 Uhr gab Dezember-Brent um 1,47 auf 108,93 US-Dollar je Barrel nach. Dezember-Gasöl legte dagegen um 34,50 auf 1.403,00 Dollar je Tonne zu.
Die Ölpreise verzeichneten am Montag nach den Kursgewinnen vom Freitag einen Rückgang, weil Händler die Entscheidung der USA, die neu verhängten Sanktionen gegen Russland auszusetzen, als bearish für den Ölpreis ansehen. Das könnte die Beschränkungen für den russischen Energiehandel lockern, hieß es. Zudem sprachen Händler auch von einer technischen Korrektur nach den vorangegangenen Gewinnen.
(cdg)
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